Bamberg — 79 Vereine mit 461 Aktiven waren bei den bayerischen Karatemeisterschaften im niederbayerischen Pfarrkirchen vertreten. Für den Post-SV Bamberg gingen Vincent Konstanz, Andreas De Sario, Athanasios Malekas und Anna Bobrich an den Start. Sie brachten dreimal Bronze mit nach Hause.
Vincent Konstanz sorgte im Kumite/Freikampf der Jugend in der Gewichsklasse bis 52 kg gleich für Furore: In den ersten 10 Sekunden ging er gegen Simon Hofmayer vom TV Riedenburg mit einem sauberen Fußstoß und gleich darauf mit einem starken Fauststoß mit 4:0 in Führung. Zwar musste er selbst noch drei Fauststöße hinnehmen, doch er taktierte gut und traf seinen Gegner selbst noch einmal, sodass er sicher mit 5:3 gewann. Auch gegen Yannik Gemeinhardt vom KD Untermerzbach kämpfte Konstanz stark, doch er verlor knapp mit 3:4. In der Trostrunde drehte er nochmals auf: Mit zwei schnellen Kicks zum Kopf bzw. zur Körpermitte ging er mit 5:0 in Führung. Sein Gegner aus Hersbruck kam mit schnellen Fauststößen bis auf 5:4 heran, mehr ließ Konstanz aber nicht zu. Mit diesem dritten Platz sicherte sich der Bamberger den Start bei den "Deutschen".
Es folgten tags darauf die Katawettbewerbe (Formenlauf) in der Leistungsklasse weiblich: Anna Bobrich und ihr Team, das krankheitsbedingt erst drei Wochen vor der Meisterschaft zusammen trainieren konnte, trafen zunächst auf eine starke Traunreuter Mannschaft. Trotzdem gelang ein souveräner 5:0-Sieg. Das Poolfinale gegen den Titelverteidiger Erding ging verloren. Am Ende stand der dritte Platz, das Startrecht bei der deutschen Meisterschaft war erworben.
In den Einzelwettkämpfen lief es für Anna Bobrich anfangs sehr gut, gegen Stacy DeMotte aus Höhenkirchen gewann sie klar mit 5:0. Im Kampf um den Einzug ins Poolfinale musste sie gegen ihre frühere Trainingspartnerin Martina Resch aus München eine Niederlage einstecken. Da die Münchnerin das Poolfinale nicht gewann, blieb Anna Bobrich die Trostrunde verwehrt. Sie musste sich mit Rang 5 zufrieden geben.
Bei Andreas De Sario (Kumite, männlich +84 kg) lief es in der Leistungsklasse mit seinem Team ebenfalls besser als im Einzel. Musste er sich im Einzel noch gleich zu Beginn seinem Teamkollegen Andrej Oder knapp mit 2:3 geschlagen geben, so trumpften er und sein Team bei den Mannschaftswettbewerben auf: gegen den TSV Monheim gewannen sie mit 3:2. Im Poolfinale stießen sie auf Traunreut. Der hitzige Vergleich ging knapp verloren. Am Ende stand Platz 3 zu Buche.
Es gab keine Verschnaufpause für den Bamberger Athleten: Nach den Kämpfen in der Leistungsklasse stand die Masterklasse Ü40 +80 kg an. Hier zeigte De Sario gerade in den Vorrunden seine Klasse. Es kämpfte sich somit locker bis zum Einzug ins Poolfinale durch. Hier stand er Stefan Seidl aus Puchheim gegenüber. De Sario ging mit einem schnellen Fauststoß in Führung, doch Seidl legte schnell nach. Beide umkreisten sich wie die Geier, doch kein Kontrahent konnte bis kurz vor Schluss einen wertbaren Treffer erzielen. Dann setzte De Sario an, doch Seidl konterte ihn gezielt aus. Es stand 1:2. Trotz Zeitnot probierte der Bamberger noch den Ausgleich zu schaffen, doch es war zu spät. Er wurde vom späteren Gewinner besiegt und musste sich mit Rang 3 zufrieden geben.
Athanasios Malekas, der seit fünf Monaten nach einer jahrelanger Trainingspause zurück ist, probierte sich in der Kategorie Kata Masterklasse Ü30 männlich aus. Den Münchner Rene Zanger schlug er klar mit 5:0. Im Poolfinale traf er auf einen altbekannten Kontrahenten von früher: Philip Takano aus Höhenkirchen. Malekas zeigte eine ausdrucksstarke Jion, doch er musste sich dem späteren bayerischen Meister geschlagen geben. Im "kleinen Finale" musste er wegen Muskelkrämpfen seine Kata abbrechen, was den dritten Platz kostete. Er kam damit auf Rang 5. ab