Studenten der Erlanger Friedrich-Alexander-Universität (FAU) haben einen Audiowalk zur NS-Geschichte der Erlanger Heil- und Pflegeanstalt konzipiert. Der Beitrag "Patientenmord hinter Sandsteinmauern - zwischen Abriss und Erinnerung" zum Gedenken an die NS-Medizinverbrechen sei seit 22. November über die kostenlose App izi.travel nutzbar, teilte die Hochschule vergangene Woche mit.

Entstanden sei der Audiowalk in einem interdisziplinären Seminar des Lehrstuhls für Neueste Geschichte und Zeitgeschichte und des Lehrstuhls für Geschichte der Medizin, hieß es. Er folgt den Spuren der NS-Medizinverbrechen durch die Erlanger Altstadt und soll die Erinnerung an die Opfer wachhalten. Die 1846 als "Kreisirrenanstalt" gegründete Erlanger Heil- und Pflegeanstalt galt noch in den 1920er Jahren als Musteranstalt der modernen Reformpsychiatrie, heißt es in der Mitteilung der Universität.

In den Jahren 1939 bis 1945 wurden von dort jedoch über 900 psychisch kranke sowie geistig und körperlich "behinderte" Patientinnen und Patienten in Tötungsanstalten deportiert und ermordet. Nachdem die Transporte im Jahr 1941 eingestellt worden waren, fiel eine bislang nicht bekannte Zahl von Patienten in der Erlanger Anstalt der sogenannten Hungerkost zum Opfer. epd