Zum Bericht über die Rattenbekämpfung im FT vom Freitag, 25. September: Der Name Wanderratte sagt bereits aus, um was es sich handelt: um eine Ratte, die wandert. Und wohin wandert sie? Oder wo hält sie sich am liebsten auf? Dort wo sie ausreichend Nahrung findet. Jährlich werden in Deutschland Millionen Tonnen von Lebensmitteln weggeworfen. Sie landen im Müll oder werden gar die Toiletten hinabgespült, gelangen somit in die Kanäle und bieten den Nagetieren reichlich Nahrung. Nagetiere richten sicherlich so manche Schäden an, weil es eben Nager sind.

Ich hatte jedoch das Glück, etwa ein halbes Jahr lang diese Tiere zu beobachten. Dabei bin ich zu der Erkenntnis gekommen, dass sie zu den intelligentesten Tieren gehören, die wir kennen. Ich konnte in dieser Zeit auch vergiftete Rattenbabys beobachten. Die Mutter war bereits verendet. Eines der beiden Geschwisterchen versuchte immer wieder, das bereits im Sterben liegende Tierchen anzustupsen und in Bewegung zu setzen, was nicht mehr gelang.

Als es schließlich gestorben war, legte sich das übrige Rattenbaby dicht an sein Geschwisterchen und harrte bei ihm aus. Es wollte sich nicht mehr von seinem toten Geschwister trennen. Ich gab ihm noch etwas Wasser zu trinken, was es auch annahm, dann schleppte es sich in eine Ecke, atmete noch einige Male, bis es schließlich ebenfalls verendete.

Nie werde ich diese Bilder vergessen. Es waren "nur" Ratten, doch welche Liebe strahlten diese Geschöpfe aus. Können wir von Gottes Schöpfung nicht auch so manches wieder lernen?

Elfriede Uebel

Höchstadt