Erstmals zum Wintersemester 2020/2021 können Studierende über die neue sogenannte Landarztquote zum Studiengang Humanmedizin zugelassen werden. Das Bewerbungsverfahren ist am 1. Februar gestartet und endet schon wieder in gut einer Woche, am 28. Februar. Noch können sich Interessierte bewerben, es sind noch Plätze frei. Darauf weist der ärztliche Kreisverband Bamberg hin. "Zum Beispiel Abiturienten ohne Numerus Clausus sollten sich angesprochen fühlen", sagt Vorsitzender Dr. Georg Knoblach, "die Landarztquote kann jungen Menschen, die Arzt werden möchten, aber etwas zu schlechte Noten haben, gute Berufsperspektiven eröffnen." Normalerweise ist ein Medizinstudium ohne Numerus Clausus, also einen bestimmten anspruchsvollen Notenschnitt, nicht möglich. Bei der Landarztquote können sich auch Interessierte um Medizin-Studienplätze bewerben, die die "normalen" Zugangsvoraussetzungen nicht erfüllen. Im Gegenzug verpflichten sich die angehenden Ärzte, später für zehn Jahre eine Arztpraxis auf dem Land zu übernehmen.

Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml betonte jüngst in Bamberg: "Wir brauchen mehr junge Mediziner, die sich für den wichtigen Beruf des Hausarztes begeistern und ihn auch auf dem Land ausüben wollen. Mit der Landarztquote bieten wir jungen Menschen ohne Einserabitur die Möglichkeit eines Medizinstudiums."

Bewerbungsfrist endet bald

Noch bis zum 28. Februar können sich Interessenten unter www.landarztquote.bayern.de bewerben. Das Auswahlverfahren findet im Frühjahr 2020 statt. Im Mai werden standardisierte Auswahlgespräche geführt. Im Wintersemester 2020/2021 können dann die ersten erfolgreichen Bewerberinnen und Bewerber ihr Studium an allen medizinischen Fakultäten in Bayern beginnen.

Nach der Hälfte des einmonatigen Bewerbungszeitraums am vergangenen Freitag zählte das Gesundheitsministerium in München 62 Bewerbungen. Bis zu 5,8 Prozent aller Medizinstudienplätze in Bayern sollen für Studierende reserviert werden, die später mindestens zehn Jahre lang als Hausarzt in einer Region arbeiten, die medizinisch unterversorgt oder von Unterversorgung bedroht ist. Das sind rund 110 Plätze pro Jahr.

Ministerin Huml: "Wir wollen mit der Landarztquote denjenigen ein Angebot machen, die ein besonderes Interesse an der hausärztlichen Tätigkeit im ländlichen Raum haben. Sie können damit einen wichtigen Beitrag dazu leisten, auch in Zukunft eine flächendeckende, wohnortnahe hausärztliche Versorgung in ganz Bayern sicherzustellen." tst