Margot Bloch wundert sich, dass sie überhaupt so alt geworden ist. "Das habe ich mir nie vorstellen können!", erklärte die jetzt 90-Jährige bei ihrer Geburtstagsrunde im BRK-Altenheim, zu der die drei Kinder und weitere Verwandte und Bekannte erschienen waren. Bloch hat bereits einen Schlaganfall und Bypass-Operationen hinter sich, anzumerken ist ihr davon jedoch nichts.

Nach ihrer Geburt in Essen als einziges Kind ihrer Eltern besuchte die Grundschule bis 1943. Der Krieg war schon im vollen Gange und sie wurde zunächst für ein Jahr aufs Land geschickt, dem Pflichtjahr, das alle Mädchen absolvieren mussten. In einem Lager auf dem Lande lebte und arbeitete Margot mit anderen Mädchen zusammen und mussten alle Arbeiten machen, die in der Landwirtschaft anfielen.

Nach dem Krieg war sie erst einmal arbeitslos und bekam dann eine Tätigkeit in einer Tuchfabrik im Ruhrgebiet. 1950 heiratete sie ihren Alfred, mit dem sie eine glückliche Ehe führte, der aber leider 1983 nach langer, schwerer Krankheit verstarb. Nach der Hochzeit zogen sie nach Velbert, einem Ort in der Nähe von Essen. Aus ihrer Ehe gingen drei Kinder hervor - zwei Mädchen und ein Junge.

1961 erfolgte für die junge Familie dann ein weiterer Umzug nach Heiligenhaus, ebenfalls in der Umgebung von Essen. Dort arbeiteten beide, sie und ihr Mann, in der Eisengießerei. Magot stellte Verschraubungen her, wie sie im Brücken- und Geländerbau Verwendung finden. In Heiligenhaus hatte sich die Familie ein eigenes, kleines Haus geschaffen, doch das war mit erheblichen Eigenleistungen verbunden, weshalb man auf manches verzichten musste. In Heiligenhaus arbeitete die Jubilarin im Schichtbetrieb bei der Post.

Nach dem Tod ihres Mannes lebte sie allein im Haus und wurde 2014 von ihrer Tochter nach Röttenbach geholt. Seit September 2018 ist sie im BRK-Altenheim in Etzelskirchen und dort fühlt sie sich sehr wohl. Es sei alles sehr schön im Heim, betont die Jubilarin.

Margot Bloch hat ihr ganzes Leben lang gearbeitet und trotzdem noch Zeit gefunden für ihre Hobbys. Ihre Leidenschaft sind Handarbeiten mit all ihre Techniken: Stricken, Sticken, Häkeln und Knüpfen. Und sie hat noch eine andere Leidenschaft: Skat spielen. Und das macht sie auch heute noch, wenn sich Gelegenheiten dazu ergeben. Und wenn nicht, dann holt sie ihr "Tablet" hervor und spielt gegen sich selbst.

Margot besucht wenn möglich alle Veranstaltungen im Altenheim. Über die Tagesereignisse informiert sich das Geburtstagskind auch noch durch Zeitunglesen und Fernsehen. Ihre Tochter sagte: "Sie hat gute Gene und muss immer in Bewegung sein!"