Beim 2. bayerischen Freiwassercup am Wörthsee bei Inning brachten die neun Schwimmer der SG Bamberg hervorragende Leistungen und sammelten vier Gold-, drei Silber- und zwei Bronzemedaillen. Umso bemerkenswerter, da nahezu die komplette bayerische Elite für den letzten bayerischen Wettkampf dieser Saison gemeldet hatte, darunter auch der bereits zurückgetretene Rekordweltmeister Thomas Lurz sowie die beiden Teilnehmer der Freiwasser-WM 2017 in Budapest, Leonie Antonia Beck und Ruwen Straub vom SV Würzburg.
Erstmals kam auch die Neuregelung des Weltverbandes FINA zum Einsatz, die das Tragen von Neoprenanzügen bei Wassertemperaturen von unter 20 Grad gestattet. Der Wörthsee hatte sich aufgrund der kühlen Witterung auf 19 Grad abgekühlt. Viele etablierte Freiwasserschwimmer waren mit dieser Entscheidung nicht glücklich, da damit die Wettbewerbe auch verzerrt wurden. Fortan wird es somit notwendig sein, für Wassertemperaturen von unter bzw. über 20 Grad vom Weltverband verifizierte Anzüge zu kaufen, um mit gleichen Chancen am Start zu stehen.


Titel für Kertész und Kleemeier

Der Wettkampf startete mit den bayerischen Meisterschaften und dem zweiten Bayern-Cup-Durchgang über 5 km sowie einem Triathlon-Test über 3,75 km. Aufgrund eines neuen Melderekords mussten die rund 160 Starter in drei Gruppen mit einem Abstand von zehn Minuten starten. Freiwasser-Debütant Kevin Kertész (Jahrgang 2003) beendete den Fünf-Kilometer-Wettbewerb als schnellster Bamberger in 1:12:24,20 Std. und wurde bei seiner Premierenvorstellung bayerischer Jahrgangsmeister. Knapp 20 Sekunden später schlug Freiwasser-Spezialist Patrick Kleemeier (1992) als bayerischer Meister der Altersklasse 25 in 1:12:43,20 Std. an und machte sein Freiwasser-Titel-Triple perfekt, denn in dieser Saison wurde er bereits bayerischer und deutscher Mastersmeister über 2,5 km. Kleemeier kam zudem noch in der Bayern-Cup-Wertung über 5 km jeweils in der kombinierten AK 20/25 und der Tageswertung auf Rang 2. Er verpasste den Sieg wohl auch deshalb, da sein Kontrahent mit Neoprenanzug das Rennen bestritt.
Bei den Frauen ging die ebenfalls im Freiwasser erfahrene Hanna Krauß (1993) an den Start: Zu Beginn des Rennens steuerte das Damenfeld eine falsche Wendeboje an und nahm einen großen Umweg in Kauf. Dennoch ließ sich Krauß von dem anfänglichen Irrtum nicht irritieren und schwamm ein couragiertes Rennen, was mit der Bronzemedaille in der stark besetzten AK 20 belohnt wurde (1:18:55,60 Std.).
Bei den bayerischen Jugendmeisterschaften über 2,5 km feierte Fabienne Wenske (2004), amtierende deutsche Jahrgangs-Vizemeisterin über 1500 Meter Freistil, ihre Premiere im Freiwasser und wurde in 35:24,37 Min. auf Anhieb Jahrgangsmeisterin. Über einen sehr starken vierten Platz durfte sich zudem Debütantin Ella Vornlocher (2005) in 48:36,15 Min. freuen. Paul Ender (2004), der sein Rennen mit Neoprenanzug bestritt, durfte mit Rang 5 und seiner Zeit (42:54,83 Min.) ebenfalls zufrieden sein.
Kilian Kohlmann (2005) machte das kalte Wasser sehr zu schaffen: Aber der Nachwuchsschwimmer biss sich durch und schlug nach 53:15,70 Min. als Achter seines Jahrgangs an. Leila Jafoui, die schon etwas freiwassererfahren ist, kam in 42:33,85 auf Rang 9 im Jahrgang 2004.
Die älteren Jahrgänge mussten über 2,5 km im Bayern-Cup starten: Patrick Kleemeier ging seines zweites Rennen hochmotiviert an, schließlich wollte der aktuelle deutsche Meister der AK 25 über 2,5 km nicht gleich eine Niederlage einstecken und holte sich souverän den Bayern-Cup-Sieg in der kombinierten AK 20/25 (36:20,25 Min.).
Kevin Kertész schien das erste Rennen noch in den Knochen zu stecken, so dass er sich in der Jugendwertung (2001-2003) gegen die ältere Konkurrenz in 37:35,56 mit dem Bronzerang zufriedengeben musste. Dinah-Maxin Schüpferling (2002) schwamm in 41:25,24 ein solides Rennen und kam auf Rang 6 der Jugendwertung.
Abschließend standen noch die Mixed-Staffelwettbewerbe über 3 x 1,25 km auf dem Programm: Die Jugendstaffel mit Fabienne Wenske, Leila Jafoui und Kevin Kertész sicherte sich nach einem couragierten Rennen die Silbermedaille in 56:50,23 Min. Parallel dazu belegte die Mixed-Staffel mit Patrick Kleemeier, Dinah-Maxin Schüpferling und Hanna Krauß in 58:24,72 Min. den 13. Platz in der offenen Wertung, wobei allein schon die ersten vier Plätze an den Freiwasser-Bundesstützpunkt Würzburg gingen.


Letzte Rennen für Wenske

Für Fabienne Wenske waren es die letzten Rennen für die SG Bamberg: Die Ausnahmeschwimmerin wird nun an den Olympiastützpunkt nach Heidelberg wechseln, und will dort ihre sportliche Karriere vorantreiben. Für die SG Bamberg stellt der Wechsel einen schwerwiegenden Verlust dar, dennoch kann der Verein auch stolz sein, dass eine Schwimmerin aus der eigenen Nachwuchsarbeit diesen großen Schritt wagt, um sich den Traum einer Olympiateilnahme zu erfüllen. pkl