Sich auf dunkler Straße sicherer zu fühlen und im Notfall wehren zu können - das lernt derzeit die Generation 50 plus in Weisendorf. "Auch wir älteren Menschen müssen lernen, wie wir uns wehren können, wenn wir plötzlich angegriffen werden. Mir geben die Übungen ein gewisses Gefühl von Sicherheit", sagt Ortwin Fischer und wehrt den Angriff des Trainers Thomas Neser ab. Das Amt für Freizeit und Kultur im Weisendorfer Rathaus hatte den Selbstverteidigungskurs für die Generation 50 plus angeboten.


Sicherheit und Selbstbewusstsein

So soll vor allem mit den Kursen zur Selbstverteidigung etwas für das Selbstbewusstsein der älteren Generation getan werden. In den Kursen wird unterrichtet, wie brenzlige Situationen rechtzeitig erkannt und vermieden werden können. "Selbstverteidigung beginnt im Kopf - nicht mit der Faust", sagt dazu Kursleiter Tom Neser, der in Erlangen die Kampfkunstschule Zanshin betreibt. Das Hauptaugenmerk beim Kurs liegt auf der Selbstverteidigung. Mit einfachen Übungen zeigt der Trainer, wie man sich aus einer solchen brenzligen Lage befreien und verteidigen kann. "Denn man muss nicht stark sein, um sich wehren zu können", betonte Thomas Neser. "Man muss viel mehr wissen, was man tun muss."


Sich der Gefahr entziehen

Gerade Senioren erschienen als geeignete Opfer, weil sie sich auf den ersten Blick nicht wehren könnten. Umso wichtiger sei es, diesen Menschen ein Gefühl der Selbstbehauptung zu vermitteln und ihnen zu zeigen, wie sie in welcher Situation sicher und richtig reagieren können. Thomas Neser fordert die sechs Kursteilnehmer im Untergeschoss der Grundschule II auf, selbstbewusst aufzutreten, umso geringer sei die Gefahr, Opfer von Straftaten zu werden.
Senioren werden häufig auf offener Straße überfallen, oder die Täter verschaffen sich mit Tricks Zugang in die Wohnung der Opfer. Dabei gehen die Angreifer oft nach einem bestimmten Muster vor: Als Opfer werden diejenigen ausgewählt, die auf den ersten Blick einen unsicheren Eindruck machen. Niemand sollte deshalb ängstlich durch die Gegend gehen und sich von vornherein als mögliches Opfer fühlen. "Wichtig ist, dass die Teilnehmer lernen, sich der Gefahr zu entziehen", erklärt Neser.


Immer härter zugeschlagen

Schließlich geht es in dem Selbstverteidigungskurs nicht darum, der stärkste Kämpfer zu werden, sondern im Notfall richtig zu reagieren und Schaden abzuwenden. Mit viel Humor machten sich die Teilnehmer an ihre Übungen und bekamen ein Gefühl dafür, wozu sie in der Lage sind, wenn sie es wollen. "Schlag zu, stärker, stärker und nochmal", forderte der Trainer Jutta Kattner auf, ihm mit dem Handballen ins Gesicht zu schlagen, dass er mit einem Polster schützte. Und sie schlug zu und immer schneller. "Wenn's sein muss, kann ich ganz schön aggressiv werden", meinte sie tief durchatmend, als sie der Trainer wieder bremste.
Immer wieder holte Thomas Neser die Teilnehmer in den Kreis, erklärte die nächsten Griffe und ließ sie gegeneinander antreten. Oder er zog sie am Arm und sie mussten die gelernten Abwehrbewegungen, mit dem Ellbogen in Richtung Gesicht des Angreifers, ausführen.


Aus brenzliger Lage befreien

Die Kurse sind dem Alter entsprechend aufgebaut, denn im Alter sind andere Techniken und andere Bewegungen erforderlich, erklärte der Trainer dazu. Aus den Kursteilnehmern werden natürlich keine Kampfmaschinen gemacht, denn es geht nicht darum, den Gegner krankenhausreif zu schlagen, sondern darum, wie man sich am besten aus schwierigen Situationen befreit und ohne sich selbst zu verletzen. In einfachen Übungen zeigte der Trainer, wie man sich aus einer brenzligen Lage befreien und sich verteidigen kann. "Denn man muss nicht stark sein, um sich wehren zu können", betonte Thomas Neser. "Man muss viel mehr wissen, was man tun muss."
Der Kurs findet in der Grundschule II im Raum U6 statt. Folgetermine sind Freitag, 26. Februar, und Mittwoch, 2. März, jeweils um 9.30 Uhr. Der Zugang über den Pausenhof ist ausgeschildert.