Die Gemeinde Litzendorf ist eine von 16 Städten und Gemeinden in Bayern, die sich am Modellvorhaben "Die barrierefreie Kommune" des Freistaates beteiligen. Daher wurde in Litzendorf eigens ein städtebauliches Entwicklungskonzept erstellt, welches einen Aktionsplan zur stufenweisen Schaffung von Barrierefreiheit beinhaltet. Besonderes Augenmerk galt darin der barrierefreien Umgestaltung des öffentlichen Raums sowie der barrierefreien Erreichbarkeit von öffentlichen Einrichtungen. Beispiele sind hierzu der stufenlose Zugang zum Rathaus, das Bürgerhaus, die Bücherei sowie die Bushaltestellen, die allesamt in Pödeldorf und Litzendorf barrierefrei gestaltet wurden. Hinzu kommt noch das barrierefreie Seniorenwohnheim im Zentrum von Litzendorf.
"Wir wollen aber daran weiter anknüpfen und ein weiteres Leuchtturmprojekt für Barrierefreiheit schaffen", berichtete Bürgermeister Wolfgang Möhrlein (CSU). Daher soll in naher Zukunft zusammen mit der katholischen Kirchenstiftung der Zugang zum Pfarrheim, zur Pfarrkirche und zum Friedhof rollstuhlfreundlich gestaltet werden. Die Baumaßnahmen sollen im Zuge der Neugestaltung der Straße "Im Schimmelsgraben" durchgeführt werden. Vor allem, da die Kommune Litzendorf bereits jetzt von der Regierung eine Förderzusage zur Städtebauförderung erhalten hat.
Im Detail soll ein Großteil der barrierefreien Erschließung der Kirche durch geschwungene Rampenanlagen erfolgen, da aufgrund der Topografie des Geländes relativ große Höhen zu überwinden sind. Der bisherige fußläufige Zugang entlang der Friedhofsmauer soll barrierefrei bis zum Haupteingang am Pfarrheim führen. Mit den geschwungenen Rampenanlagen wie auch mit dem Weg entlang der Friedhofsmauer lassen sich dann der Zugang zum Kirchenvorplatz, der Eingang Pfarrheim und der Zugang zum Friedhof mit einer maximalen Steigung von sechs Prozent erreichen.
Die Kosten des Umbaus, die nicht von der Städtebauförderung getragen werden, müssen vom Grundstückseigentümer, der katholischen Kirchenstiftung, getragen werden. Nach einer ersten Schätzung liegen diese bei rund 200 000 Euro. "Eine entsprechende Vereinbarung zwischen der Kirchenstiftung und der Gemeinde ist vor Beginn der Baumaßnahme noch abzuschließen", resümierte Möhrlein.


Gefahrloses Überqueren

Ferner beschloss der Gemeinderat auch den weiteren Ausbau der Gehwege in der Ortsdurchfahrt Litzendorf sowie den Neubau einer Querungshilfe östlich von Litzendorf in Richtung Ortsausgang Lohndorf. So soll im nächsten Jahr auf der östlichen Hauptstraße ab dem "Lohndorfer Weg" die Staatsstraße neu asphaltiert und dabei auch der Gehsteig auf der nördlichen Seite in Richtung Lohndorf verlängert werden. "Geplant ist hier am Ortseingang auf Höhe der Malteserscheune die Schaffung einer Querungshilfe, auf der Fußgänger, vor allem Schüler, aus dem Baugebiet und Radfahrer, die Richtung Lohndorf den darüber liegenden Radweg nutzen wollen, gefahrlos queren können", schilderte Möhrlein. Die Maßnahme habe er bereits mit dem Staatlichen Bauamt abgestimmt. Hierbei sei man ferner zu dem Ergebnis gekommen, die Gehsteige einschließlich der Borde und Rinnen zu erneuern. Dies betrifft die Staatsstraße von den Einmündungen "Am Knock" bis zur Sparkasse Richtung Naisa, wie auch entlang der Staatsstraße beginnend bei der Einmündung Bachstraße bis zur neuen Querungshilfe.
"Damit hätten wir dann alle Gehsteige innerhalb der Ortschaft Litzendorf neu gestaltet", unterstrich Bürgermeister Möhrlein.