Vom Jammern über Nachwuchssorgen halten die Sänger im "Bergdorf" nichts, sie suchen neben ihren Traditionsveranstaltungen im Jahreslauf in den letzten Jahren auch neue Wege, um sich dem Mitgliederschwund entgegenzustemmen. So freute sich Vorsitzender Dirk Elsesser, in der Generalversammlung auch von Aktivitäten abseits der Routine eines Männerchors berichten zu können.
Als Beispiele nannte er die Einübung von neuem Liedgut aus der Sparte Unterhaltsmusik, was junge Menschen besonders ansprechen könne. Erste Versuche in dieser Richtung seien bereits beim letzten Sängernachmittag in Rotschreuth sehr gut angekommen; daran anknüpfen will man in Kooperation mit den Gehülzer Bergmusikanten beieinem Dorfabend im Herbst. Zu diesem Thema gehöre auch, so Elsesser, dass man zum Beispiel für das Freundschaftssingen bei Vereinsjubiläen anderer Gesangvereine keine "uralten Lieder" vorbereite, sondern Wirtshauslieder oder dass man auch einmal einen Ohrwurm einstudiere; seiner Meinung nach dürfe auch ein Bierzeltschlager für einen Männergesangverein kein Tabu sein.
Schon fast Alleinstellungsmerkmal im Frankenwald habe der Liederkranz-Chor mit seinen in heimischer fränkischer Mundart gesungenen Weihnachtsliedern. Und schließlich setzt man in Gehülz bei der dringend erforderlichen Gewinnung neuer Sänger statt auf Werbeaktionen eher auf Mundpropaganda und scheint damit auf einem guten Weg zu sein.
Elsesser teilte mit, dass die Aktivenzahl gleich geblieben ist. Am 30. Juli wird man beim Jubiläum der Windheimer Sänger am Freundschaftssingen teilnehmen. Für den Dorfabend im Oktober wird ein Ausschuss gebildet.
Dirigent Klaus Porsch hatte 25 Proben gezählt. Er schloss sich überzeugend der Meinung des Vorsitzenden an, dass man auch mit neuerem Liedgut arbeiten müsse. Sein größter Wunsch für das neue Sängerjahr sei "Zuwachs", vor allem für die zahlenmäßig unterbesetzte tiefe Bassstimme.


Moderate Erhöhung

Den Antrag auf Beitragserhöhung begründete aber der Vorsitzende, der offenlegte, dass es dazu und zum damit zusammenhängenden Thema "Austritt aus dem Verband" (Sängerkreis/Fränkischer Sängerbund) aus finanziellen Gründen durchaus verschiedene Meinungen im Vorstand gab. Hierzu gab es die einzige längere Debatte in der Generalversammlung.
Bernd Graf aus dem Kreis der Förderer und Hans Blinzler von den Aktiven setzten sich mit Aufzählung einiger Argumente für den Verbleib ein. Zweiter Vorsitzender Tino Schnapp erklärte, dass er sich dem jetzt erst anschließen könne, nachdem mit höheren Beitragseinnahmen die erheblichen, nicht immer zweckmäßig erscheinenden Verbandsabgaben abgedeckt werden könnten. Der neue Beitrag von noch sehr moderaten neun Euro im Jahr wurde ebenso wie der Antrag auf Verbleib in den Verbänden einstimmig angenommen. Hans Blinzler