Höchstadt — Im Gedenken des Volkstrauertages an die Opfer der Weltkriege sowie jeglicher Gewalt, Verfolgung, Flucht oder des Terrorismus wurden heuer auch in Höchstadt die Opfer der Anschläge in Paris mit eingeschlossen. Zweiter Bürgermeister Günter Schulz (SPD) hob hervor, dass es zu den nach dem Zweiten Weltkrieg errichteten Demokratien mit ihrer Rechtsstaatlichkeit keine Alternativen gibt. Europa dürfe sich nicht durch die große Zahl von Flüchtlingen und hinterlistige Terrorakte entzweien lassen. "Nur ein starkes Europa bleibt in der Lage", so Schulz, "besonnen und wirkungsvoll zu handeln."
In der vorangegangenen Predigt betonte Dekan Kilian Kemmer in der Stadtpfarrkirche, 70 Jahre nach Kriegsende das Geschenk des Friedens nicht gedankenlos als Selbstverständlichkeit zu erachten. "Frieden ist nicht nur eine Reaktion nach gewonnenem oder verlorenem Krieg, sondern verpflichtet zum aktiven Einsatz."
Eindringlich ermahnte der Dekan die anwesenden Stadträte, sich bei berechtigten gegensätzlichen Ansichten sachlich zu verhalten. "Wer diskussionswürdige Fragen von Menschen ausnutzt, um seinen persönlichen Hass gegenüber politisch Andersdenkenden kundzutun, verteilt unvergessliche Samenkörner, die Hass und Zwietracht säen und das Gemeinwohl aus dem Blick verlieren."
Auf dem Heldenfriedhof legten Zweiter Bürgermeister Günter Schulz für die Stadt und VdK-Vorsitzender Jochen Tohol Kränze vor dem Friedensengel nieder. Pfarrer Gottfried Schlee und Dekan Kilian Kemmer sprachen das Totengedenken. Die Stadtkapelle unter der Leitung von Georg Römer spielte dazu den "Guten Kameraden", die Nationalhymne und das Höchstadt-Lied. Nr