Bei den ATP-Finals 2021 treffen die acht besten Doppel-Teams in zwei Vierergruppen aufeinander. Mittendrin, statt nur dabei: Der 29-jährige Witzmannsberger Kevin Krawietz. Und das bereits zum dritten Mal in Serie. Die ATP-Finals sind das letzte Turnier des Jahres und finden von diesem bis zum nächsten Sonntag erstmals in Turin statt.

Im Doppel tritt der zweimalige French-Open-Sieger dieses Mal an der Seite des Rumänen Horia Tecau an, mit dem er im zu Ende gehenden Tennis-Jahr auch die meisten Spiele bestritt. Beide qualifizierten sich für das Saisonabschluss-Turnier als siebtbestes Team der Tour.

Das Duo spielt in der Vorrunde zunächst am Sonntag ab 11.30 Uhr gegen die Olympiasieger Nikola Mektic/Mate Pavic aus Kroatien, die als Topfavoriten auf den Turniersieg gehandelt werden. Die weiteren Kontrahenten in der Vorrundengruppe sind Marcel Granollers/Horacio Zeballos (Spanien/Argentinien) und Ivan Dodig/Filip Polasek (Kroatien/Slowakei). Die beiden besten Doppel qualifizieren sich für das Halbfinale. Bisher hat Krawietz trotz starker Leistungen bei den ATP-Finalspielen und sehr engen Matches die Vorschlussrunde zweimal verpasst.

Halbfinale ist das große Ziel

Dieses Jahr will er erstmals mit seinem rumänischen Interimspartner ins Halbfinale vorstoßen. Das wäre natürlich ein glanzvoller Abschluss ihrer bisherigen Zusammenarbeit, denn ab 2022 spielt Krawietz wieder mit seinem Stammpartner Andreas Mies. Der Kölner hatte sich Anfang des Jahres einer Knorpel-Operation am Knie unterzogen, pausierte mehrere Monate, ist nun aber wieder fit.

Alle Spiele live im TV auf Sky

Im Free-TV sind die Spiele nicht zu sehen. Sky überträgt aber alle Einzel- und Doppel-Begegnungen. Das Turnier gilt nach den vier Grand-Slam-Turnieren als das wichtigste Tennisturnier der Herrentour. Von 2009 bis 2020 fanden die inoffiziellen Weltmeisterschaften in der O2-Arena in London statt, 2021 zieht der Tennis-Tross in die Pala alpitour im italienischen Turin um.

Es geht um rund 5,7 US-Dollar

Der Wettbewerb ist für die Profis aber nicht nur aus Prestigegründen sehr wichtig, sondern auch äußerst lukrativ aus finanzieller Sicht: Insgesamt werden rund 5,7 US-Dollar an Preisgeld ausgeschüttet. Alleine für die Teilnahme erhält jeder der acht Einzelspieler 153 000 Dollar. Im Doppel wurden dafür 68500 Dollar pro Team ausgeschüttet.

Für jeden Sieg in der Gruppe gibt es weitere 153 000 Dollar (Doppel: 30 000 Dollar). Ein Sieg im Halbfinale wird mit weiteren 402 000 Dollar (Doppel: 56 000 Dollar) belohnt. Der Turniersieger bekommt 550 000 Dollar (Doppel: 70 000 Dollar).

Für Krawietz also Anreiz genug, um sein bestes Tennis in Turin zu spielen. Für viele ist der Witzmannsberger mit seinem Partner zwar nur Außenseiter, doch für eine Überraschung sind die beiden auf jeden Fall gut. Dass gerade im Doppel sehr viel möglich ist und gerade die Tagesform oft maßgeblich für Sieg und Niederlage mitentscheidend sind, ist allen Beteiligten bewusst. oph