D er Titel ein Geschenk Gottes - Erlöser - Fußballgötter - Huldigungen auf Knien - Lichtgestalten auf heiligem Rasen - Küsse für den Pokal - alles selbstverständliche Gesten und vielgehörte Worte der letzten
Wochen.
Staunend sah ich, wie sich Spieler vor und nach dem Spiel bekreuzigten. Nach so manchem Foul gab es einen versöhnlichen Handschlag. Die Brasilianer beteten vor und nach dem Spiel einen Moment ganz versunken für sich auf dem Platz. Eine Geste, die zeigen konnte, alles liegt in Gottes Hand.
Der gewonnene deutsche Titel war in der Tageszeitung als Vollendung beschrieben. Dann kamen vor allem bei den Siegern die Wechselgesänge und Hymnen, die sehr schnell miteinander einstudiert waren und miteinander zelebriert wurden. Bei der Siegesfeier in Berlin wurde immer wieder betont, dass dieser Titel nur durch eine Mannschaftsleistung zu erreichen war. Jeder spürte, dass dieses Miteinander die große Stärke ist.
Ich ertappte mich dabei, wie ich mir in unseren Kirchen diese Begeisterung für die Sache Jesu wünschte. Wenn jeder seine Begabungen in den Dienst des Nächsten stellt, wenn wir das Spielerische und Fröhliche am Glauben nicht vergessen, hätten wir eine unglaubliche Anziehungskraft. Auch unsere Riten und Wechselgesänge sollten kraftvoll, frisch und lebendig sein und bleiben.
Wenn unser Herz aufgeht und uns der Glaube miteinander verbindet und das Gemeinschaftsgefühl trägt, dann spür' ich, was Liebe und Glaube mit uns machen.

(Dagmar Schnös ist Familienseelsorgerin im katholischen
Dekanat Haßberge.)