Kreis Kronach — Mit den Auswirkungen der Flüchtlingssituation auf den Landkreis Kronach hat sich der Kreisverband der Jusos bei seiner Jahreshauptversammlung befasst. "Gerade bei einem so stark emotional geprägten Thema ist es wichtig, konstruktiv heranzugehen und nicht von der Situation vor Ort in die Bundes- und Weltpolitik abzuschweifen", findet Andreas Buckreus, der stellvertretende Vorsitzende der Jusos Kronach.
Die Jusos sind der Meinung, dass in einer Gegend wie dem Landkreis Kronach, der Einwohner verliert, während sich das Durchschnittsalter erhöht, im Zuzug von Asylsuchenden viele Chancen bestehen. Sie befürchten jedoch, dass viele der Flüchtenden nach dem Erhalt einer Arbeitserlaubnis ihr Glück eher in den Ballungszentren suchen. Um dem entgegenzuwirken, sei bereits jetzt eine gute Integration dieser Menschen notwendig. Wichtige Triebfedern seien die ehrenamtlichen Helfer. Aufgabe der Politik müsse es daher sein, die Helfer bei ihrer Arbeit zu unterstützen.


Mit Arbeitgebern in Kontakt treten

Durch den persönlichen Kontakt knüpften die Asylsuchenden leichter an die Region an und könnten so eine neue Heimat finden. Dazu gehöre auch die Möglichkeit, einer beruflichen Beschäftigung nachzugehen. "Aus diesem Grund ist es notwendig, bereits jetzt mit potenziellen Arbeitgebern in Kontakt zu treten, um mit ihnen die Möglichkeit einer Anstellung von Flüchtenden zu besprechen und sie bei der Bewältigung behördlicher Hindernisse zu unterstützen", schlug Buckreus vor. Gerade für kleine Handwerksbetriebe, die derzeit schwer Lehrlinge finden, könne darin eine Chance bestehen.
"Um hier arbeiten zu können, wird aber auch bezahlbarer Wohnraum benötigt", appellierte Stefanie Gröger, stellvertretende Juso-Bezirksvorsitzende und Mitgründerin des Kronacher Mietervereins. Auch wenn im Landkreis viele Häuser leer stehen, herrscht aus Sicht der Jusos an bezahlbaren Mietwohnungen großer Mangel. Die öffentliche Hand müsse daher wieder in den sozialen Wohnungsbau einsteigen. Diese allgemeine Problematik sei von der Staats- und Bundesregierung schon seit Langem vernachlässigt worden. Daneben fordern die Jusos Kronach ein Förderprogramm zur Sanierung alter Bestandsimmobilien, um Leerstände zu reduzieren. Unter der Auflage, dass die gewährte Förderung auch künftigen Mietern in Form adäquater Mietpreise zugutekommen müsse. red