Ebrach/Rauhenebrach — Der Forstbetrieb Ebrach wehrt sich gegen die Vorwürfe des Bambergers Günther Oltsch. Der hatte in einem Leserbrief behauptet, im Bereich des Forstbetriebs Ebrach werde weit weniger Naturschutzarbeit geleistet, als dies der Leiter des Forstbetriebs, Ulrich Mergner, darstelle. Oltsch bezweifelt die Aussage, dass es im Forstbetrieb noch nie so viel Naturschutz gegeben hat wie in den letzten Jahren. Der Darstellung von Oltsch widerspricht jetzt Ulrich Mergner in einer Stellungnahme für unsere Zeitung und unterstreicht dies mit Zahlen.
Mergner führt die Zahlen aus Inventuren an. Die Inventurergebnisse vor der Forstreform stammen nach seinen Angaben aus den ehemaligen Forstämtern Gerolzhofen, Eltmann, Burgebrach und Ebrach. Die damaligen Inventurpunkte wurden 2010 wieder aufgenommen. Die Daten seien deshalb vergleichbar, meint der Forstbetriebsleiter.
Zugrunde lägen Erhebungen an über 4500 Waldorten. Zehn Aufnahmespezialisten seien dafür ein halbes Jahr lang im Staatswald unterwegs gewesen. Die Daten zeigten die ökologische Entwicklung, die die Wälder seit der Forstreform 2005 genommen haben. Er führt an: Laubbaumanteil: früher 68 Prozent, heute 73 Prozent; Holzvorrat pro Hektar: früher 272 Erntefestmeter (Efm), heute 306 Efm; Totholzmengen pro Hektar (ab 20 Zentimeter, Altforstamt Ebrach): früher 6,4 Kubikmeter, heute 13,2 Kubikmeter; Bäume über 60 Zentimeter: früher 243 000 Efm, heute 579 000 Efm. Hinzu kämen Stilllegungsflächen, die über den gesamten Forstbetrieb verteilt sind. Naturwaldreservate: früher 191 Hektar, heute 428 Hektar; Trittsteinflächen: früher null, heute 210 Flächen mit zusammen 700 Hektar.


Große Totholzmengen

Die Zahlen unterstreichen laut Mergner, wie viel in Sachen Naturschutz seit der Forstreform 2005 im Staatswald des Steigerwaldes geschehen ist. Wer mit offenen Augen durch den Forstbetrieb gehe, werde die großen Totholzmengen sehen und auch die vielen Wellenlinien bemerken. Mit Wellenlinien werden Biotopbäume und solche, die es künftig werden sollen, markiert.
Dass der ehemals geschützte Landschaftsbestandteil bei Ebrach mit Biotopbäumen nicht gut ausgestattet sei, bestätige Oltsch mit seinen Erhebungen. Entgegen der Meinung in den Medien ist er laut Mergner "kein ökologisches Juwel. Grund sind die intensiven Durchforstungen vor der Forstreform. Dabei wurden viele Biotopbaumanwärter gefällt", erläutert er.
Das Naturschutzkonzept des Forstbetriebs verbessere die ökologische Wertigkeit: Laubbäume, Holzvorräte und Totholz hätten bereits zugenommen, schildert Mergner. Der Forstbetrieb biete mit dem Trittsteinkonzept, für das sich der bayerische Landtag entschieden habe, einen Kompromiss zwischen den divergierenden Ansprüchen der Gesellschaft. Davon profitiere der Naturschutz. Neue wissenschaftliche Untersuchungen belegten, dass "die Artenvielfalt in den Staatswäldern des Steigerwaldes zunimmt", betont Ulrich Mergner in seiner Stellungnahme. ks