Zwei Tage lang waren die Mitglieder der Biotop- und Artenschutzgruppe des Höchstadter Fischereivereins mit einer speziellen Reuse auf einer Exkursion, um den Bestand von Kleinfischen zu erforschen. Die Gruppe hat in den vergangenen Jahren durch Spenden Bachschmerlen, Stichlinge und Moderlieschen kaufen können und diese in den Schwarzenbachgraben als Artenschutzmaßnahmen aufgesetzt.

Diese selten gewordenen Fische entwickelten sich noch vor Jahren recht gut, aber bei ihrer Arbeit im vergangenen Jahr sowie im Frühjahr dieses Jahres und bei der jüngsten Exkursion stellten die Petrijünger fest, dass der Schwarzenbachgraben mit Schilf und anderen Gräsern zugewachsen und gleichzeitig sehr verlandet ist.

Das Fangergebnis war recht mager, Blaubandbärblinge waren an der Tagesordnung, obwohl dieser eingeschleppte Fisch nicht in die Gewässer des Aischgrunds gehört und ein Futterkonkurrent des Moderlieschens geworden ist, das nahezu ausgestorben ist. Ein Stichling ging nur ins Netz, dafür war die Entwicklung des Bachflohkrebses recht gut. Auffallend war auch der niedrige Wasserstand gerade in den Herbstmonaten, wo doch viele Karpfenteiche leer gefischt werden. Dies war vor Jahren noch nicht der Fall.

Auf Nachfrage beim Vorsitzenden der Teichgenossenschaft, Walter Jakob, war zu erfahren, dass sich zum einen die Verlandung nicht nur des Schwarzenbachgrabens verstärkt habe, was natürlich dem Graswuchs im Bachbett helfe. Ein weiterer Grund sei, dass die Fischbauern anders als in früheren Jahren mehr Angst haben, im Frühjahr wegen der wenigen Regenfälle ihre Weiher nicht mehr mit Wasser vollzubekommen. So werden nun oft nach dem Abfischen die Weiher wieder angestemmt, um das kostbare Nass nicht zu verlieren.

Die Angler haben auf der einen Seite natürlich Verständnis für die Fischbauern, doch ihre früheren Bestandsaufnahmen sind nun fast unmöglich geworden. Auf der anderen Seite ist den Fischern klar, dass durch den Pflanzenwuchs der Graureiher weniger Chancen hat, einen Kleinfisch zu erbeuten. Dennoch geben die Angler nicht auf, den Artenschutz weiterzubetreiben. red