Kloster Banz — Die Raiffeisen- und Volksbanken im Landkreis Lichtenfels veranstalteten am Montag traditionell das Unternehmer-Kolleg in der Hanns-Seidel-Stiftung auf Kloster Banz. Dort nahmen rund 250 kleine und mittelständische Unternehmer aus der Region teil, die sich zum Thema "Arbeit und Führung im Wandel" informierten.
Der Kreisverbandsvorsitzende der drei Genossenschaftsbanken, Bankdirektor Hans-Joachim Autsch, verdeutlichte, dass die heutige Arbeitswelt einem starken Wandel unterliegt. Es sei elementar wichtig, als Arbeitgeber auch die Belange der Arbeitnehmer verstärkt zu berücksichtigen, um im harten Wettbewerb bestehen zu können. Denn nur die Mitarbeiter, die sich in ihrem Betrieb rundum wohlfühlen, erzielten ihre beste Leistung und trügen damit zum Erfolg eines Unternehmes bei. Hans-Joachim Autsch verdeutlichte, dass die Raiffeisen- und Volksbanken Bad Staffelstein, Lichtenfels-Itzgrund und Obermain-Nord gerne das Unternehmer-Kolleg organisieren und übergab das Wort an Prof. Peter Nieschmidt aus München.
Nieschmidt, seit 1976 Professor für Politologie an der Fachhochschule München, sprach zunächst über Tradition und Zukunft von Arbeit und Führung und thematisierte die Grundlagen der Mitarbeiterführung. War Arbeit früher notwendiges Übel oder Dienstbarkeit, könne sie heute auch Selbstentfaltung und Lebenssinn bedeuten. Wenn Führung dies in der Arbeitswelt nicht ermöglichen kann, dürfe man sich dort über Lustlosigkeit oder gar innere Kündigung nicht wundern.


Vorgesetzter als Förderer

Nieschmidt sieht den Vorgesetzten als Förderer. Und so gelangte er auch zur wichtigsten Erkenntnis: Hat ein Unternehmen keine geeigneten Führungskräfte, hört es nach seiner Überzeugung auf, ein Unternehmen zu sein. Er zeigte mit vielen praktischen Beispielen Lösungsmöglichkeiten auf, die jedes Unternehmen in die Tat umsetzen kann.
Die Teilnehmer des Unternehmer-Kollegs honorierten den 90-minütigen Vortrag mit einem lang anhaltenden Applaus. Nach Abschluss seiner Ausführungen nutzten die heimischen Unternehmer die Möglichkeit, mit dem Professor über viele Themen aus der Mitarbeiterführung zu diskutieren, und waren am Ende des Tages um so manche Erkenntnis reicher. Bei einem fränkischen Buffet kamen die Führungskräfte verschiedener Betriebe untereinander ins Gespräch und konnten wertvolle Erfahrungen austauschen. red