Die Diskussionen über die Situation des Musikvereins und die Reaktion der Gemeinde gehen weiter. Auf die Reaktion der Gemeindeverwaltung ("Gemeinde Untersteinach verteidigt Kostenforderung an den Musikverein", BR vom 12. September, Seite 18) melden sich nun die beiden Vorsitzenden des Vereins, Lothar Huber (1.) und Siegfried Köber (2.) nochmals zu Wort:

"Bekanntlich hat jede Geschichte zwei Seiten. Der Erste Vorsitzende Lothar Huber hat im Bericht vom 4.9. die Situation des Musikvereins geschildert, die durch die Umstände der Corona-Krise entstanden sind. Die politisch Verantwortlichen, allen voran der Bürgermeister mit seinen Gemeinderäten, tragen mit ihrer voreingenommenen Einstellung zu einer Verschärfung der Situation bei. Die Stellungnahme der Verwaltung ist hier nur vorgeschoben...man hat doch alles richtig gemacht."

Eine Verwaltung, die es nicht schaffe, einen Widerspruch innerhalb von vier Jahren zu bearbeiten, 25 Jahre die Wasseruhr nicht austausche, der könne man nur attestieren, dass sie ihre Prozesse nicht ganz in Griff habe. Das alles seien nur Formalien - es sei wesentlich interessanter, die Gründe für Entstehung der Problematik aufzuzeigen.

Widerspruch zum Bescheid

Der besagte Rohrbruch sei im Jahr 2015 gewesen und sei nach baulichen Verdichtungsmaßnahmen (Rüttelarbeiten) in der Nähe entstanden. Nach drei Wochen sei der zweite Rohrbruch erfolgt - und 2019 der dritte - alles auf einer Länge von knapp zwei Metern.

"Dass der erste Bescheid die doppelte Rechnungssumme im Vergleich zum Zweiten aufwies, hat uns bewogen, diesem zu widersprechen. Wir waren zum Zeitpunkt der ersten beiden Rohrbrüche durch einen Versichererwechsel doppelt versichert und hatten uns entschlossen, einen der Schäden durch die alte Versicherung begleichen zu lassen", so die beiden Vorsitzenden.

"Als der Widerspruch uns gegen Ende Oktober 2019 zugestellt wurde, war uns klar, dass wir einen Antrag auf Stundung/Erlass stellen würden. Wir gingen mit ca. 3000 Euro liquiden Mittel ins neue Jahr - und im Frühjahr musste kostengünstig Heizöl beschafft werden. Ferner hatten wir dann auch geplante Veranstaltungen, die eine Rückzahlung problemlos erschienen ließen."

Insgeheim habe man aber auch gehofft, dass der Gemeinderate sich eventuell Gedanken über die mäßige Qualität der gemeindlichen Infrastruktur mache und welche Probleme dadurch für Betroffene entstehen könnten. Sollte ein vierter Schaden auftreten, rechne man fest mit einer Kündigung durch den Versicherer.

In der Stellungnahme heißt es weiter: "Für die Gewährung des für uns damals bereits inakzeptablen Stundungsvorschlags wurden diverse Unterlagen benötigt, die wir im Zeitrahmen auch bereitstellten (Grundbuchauszug, Vermögensübersicht) - es zog sich halt etwas, wenn man auf antiquierte Kommunikationsmittel setzt und die bereitgestellten Formulare nicht das abbilden, was offenbar benötigt wurde."

Als Ende Februar die möglichen Auswirkungen der Corona-Krise offenbar geworden seien, sei dem Verein klar gewesen, dass der Widerspruch die richtige Entscheidung gewesen sei. "Wir baten erneut, die Tilgung so zu gestalten, dass die Rückzahlung variabel zu gestalten sei, zumal in einer der Sitzungen von vor sechs Wochen der Tagesordnungspunkt auf der Tagesordnung stand: bei Corona bedingten Problemen möge man sich an die Gemeindeverwaltung wenden - welch Hohn nach dieser Vorgeschichte."

Nicht erklärbar

Es sei in keiner Weise erklärbar, warum man der Bitte des Vereins nicht nachgekommen sei, zumal es von der bayerischen Staatsregierung ein Schreiben an alle Gemeinden gebe, man möge solche Fälle entsprechend behandeln. Kostengründe könnten es nicht sein.

Die Vorsitzenden abschließend: "Wenn der Gemeinderat keinerlei Rücksicht auf die gegenwärtige Situation nimmt, dann haben wir nur eine Erklärung: er war nicht im Bilde oder er folgt kritiklos dem Vorschlag des Bürgermeisters. Der Musikverein fühlt sich in den Jahren nichts als übervorteilt. Das sieht man an diesen Ereignissen: Antrag auf Bezuschussung eines öffentlichen Hotspots mit monatlich zehn Euro abgelehnt, drei anstatt zehn Prozent Zuschuss beim letzten Besuch der Partnergemeinde in Mogilany, immer volle Berechnung der Gestattungsgebühren, mehrere Anzeigen wegen Nichtigkeiten."

Gesprächsangebote abgelehnt

Das sei in der Vergangenheit hinnehmbar gewesen - die Einnahmen und verständnisvolle andere Spender hätten es ausgeglichen. Im Augenblick sei es so, dass mit Beschädigungen auf Autos, die auf dem Parkplatz des Musikvereins stünden, die letzten Gäste vergrault werden sollten. "Diese Umstände dürften im Landkreis einmalig sein. Ein Gesprächsangebot an den Bürgermeister wurde zweimal abgelehnt: kein Gesprächsbedarf! Wenn Volker Schmiechen schon nicht reden will, so fordern wir das von den Gemeinderäten ein - verteidigen Sie Ihre Haltung oder werden Sie kritischer!"