Die Apotheke des Universitätsklinikums Erlangen kann weiter selbst Händedesinfektionsmittel herstellen. Die dafür benötigten Rohstoffe Bioethanol, Wasserstoffperoxid und Glyzerin waren bereits seit Ende März schwer zu beschaffen. Firmen der chemischen Industrie und Logistik haben nun eine neue Lieferkette auf die Beine gestellt, um den Bedarf deutscher Krankenhäuser zu sichern, und stellen Rohstoffe zur Verfügung. Das teilt die Pressestelle des Uniklinikums mit.

Die Mitarbeiter der Apotheke des Uniklinikums Erlangen können jetzt wieder 6000 Liter Händedesinfektionsmittel herstellen. "Wir sind erleichtert, dass wir nun wieder die nötigen Grundstoffe zur Verfügung haben, um das Händedesinfektionsmittel selbst zu produzieren", sagt Chefapotheker Frank Dörje.

Das Bundesministerium für Gesundheit finanziert die Aktion. Um den Bedarf an Desinfektionsmitteln zu sichern, stellten mehrere Unternehmen die Komponenten für die Herstellung von Händedesinfektionsmitteln zur Verfügung - teilweise sogar kostenlos. Mit Hilfe von Tankwagen und der Logistik der Klaeser Internationale Fachspedition und Fahrzeugbau GmbH lieferte Shell Deutschland insgesamt 700 Tonnen Bioethanol. Die wurden in Duisburg bei der Rhenus Warehousing Solutions in 1000-Liter-Container abgefüllt und anschließend per Lkw durch Rhenus Freight Logistics zu über 340 Krankenhausapotheken in Deutschland gebracht.

Schnell vor Ort

Der Spezialchemiekonzern Evonik steuerte 35 000 Liter Wasserstoffperoxid bei und das Chemieunternehmen Olin 14 Tonnen Glyzerin. Beides wird von Dow Deutschland kommissioniert und anschließend von DHL Express zugestellt.

Nach dem Transport der einzelnen Bestandteile in die Krankenhausapotheken werden die Desinfektionsmittel dort nach modifizierter WHO-Rezeptur vor Ort von den Krankenhausapotheken hergestellt, so auch in Erlangen. "Mit dieser Sonderlieferung ist der Bedarf an Händedesinfektionsmittel des Uniklinikums Erlangen über mehrere Wochen gesichert", sagt Dörje.

Bundesverband koordiniert

"Ich bin allen dankbar, die helfen, dass wir die Grundversorgung der Krankenhäuser in einer ersten Welle gewährleisten können. Mein großes Kompliment geht an alle Beteiligten, die mit viel Engagement und Kreativität unter Einhaltung aller erforderlichen Auflagen für den hochkomplexen medizinischen Bereich dieses Projekt binnen kürzester Zeit gestemmt haben", so der Chefapotheker weiter. Dörje ist auch Präsident des Bundesverbandes Deutscher Krankenhausapotheker, der die Aktion koordiniert. red