von unserer Mitarbeiterin Evi Seeger

Wachenroth — Die gesamte "Murk-Familie" - und damit ist nicht nur der Kreis der nächsten Angehörigen gemeint - hat morgen, am Pfingstsonntag, Grund zum Feiern: Anton Murk, der Gründer und Seniorchef des Wachenrother Bekleidungshauses vollendet sein 85. Lebensjahr. Nach einem Gottesdienst in der Kirche gibt es zunächst eine Feier im Familienkreis. Ab 13.30 Uhr wird mit geladenen Gästen, Freunden und Mitarbeitern im Bekleidungshaus, bei schönem Wetter im Freien, gefeiert. Nicht zuletzt wird die gesamte Marktgemeinde, deren Ehrenbürger er ist, dem "Murks-Anton" ihre Wertschätzung zeigen. Vereine und Blaskapellen werden den Jubilar, der in nahezu allen örtlichen Vereinen Mitglied ist, hochleben lassen.
Spricht man vom Lebenswerk des Anton Murk, wird man natürlich zuerst an das Unternehmen denken, das er aufgebaut hat. Aber auch die ruhige und freundliche Art, mit der er auf Menschen zugeht, gehören dazu und haben sich eingeprägt. Immer hatte er eine offene Hand und ein offenes Ohr, mehr noch - ein offenes Herz. Das weiß ihm vor allem die Pfarrgemeinde zu danken, für die er 18 Jahre lang in der Kirchenverwaltung tätig war. Als Ende der 80er-Jahre das alte Schwesternheim saniert und umgebaut wurde, investierte er viel Zeit und Engagement, heuerte Helfer an und versorgte die Handwerker mit Brotzeiten. Bürgermeister Friedrich Gleits mann rühmt Anton Murks Empfinden fürs Gemeinwohl: "Ganz gleich, was in der Gemeinde passiert - er lässt sich immer sehen und ist fördernd dabei!" Vom Vater Georg hatte Anton Murk das Schneiderhandwerk erlernt. 1953 übernahm er mit seinem Bruder Georg die Geschäftsführung und baute fortan das Familienunternehmen kontinuierlich aus.

"Über die Straße" geheiratet

Das Interesse am Betrieb hat der allseits beliebte Jubilar nicht verloren. Er sei noch täglich im Geschäft, berichtet Sohn Johannes. Am Morgen sei er der Erste im Bekleidungshaus. Er begrüße seine Mitarbeiter und übernehme den Telefondienst, bis die Zentrale besetzt sei. Wenn es am Abend ruhiger werde, treffe er oft auf alte Bekannte und komme mit ihnen ins Gespräch. Danach ist er dabei, wenn das Haus abgeschlossen wird. Wenn es sich anbietet, läuft Anton Murk als "Opa" noch bei den Modeschauen im Hause mit, gerne auch mit den eigenen Urenkeln. "Über die Straße" hat Anton Murk einst geheiratet. Seine Frau Dora, eine Schwester des Wachenrother Altbürgermeisters Hans Philipp, ist leider seit einiger Zeit pflegebedürftig. Ein Besuch bei ihr gehört zu seinem Tagesprogramm. Die beiden haben drei Kinder - Tochter Monika, die Söhne Georg und Johannes - sowie sechs Enkelkinder und fünf Urenkel. Bliebe noch ein Hobby zu nennen: die Fischzucht, neben Karpfen vor allem Forellen.