Gertrud Glössner-Möschk

Weniger ist mehr, meint Sabine Sauer, die Vorsitzende des Bürgervereins Bamberg-Mitte. Sie bezieht die Aussage auf den 17. Antik- und Trödelmarkt, der immer am Tag der Deutschen Einheit, dem 3. Oktober, in der Innenstadt stattfindet. In diesem Jahr wird es 80 Stände weniger geben - aber immer noch 450. Seit Mitte Juli ist der Markt ausgebucht.
Rund 200 Händler, die auch gerne gekommen wären, wurden abgewiesen, denn der Antikmarkt soll wieder kleiner, dafür aber feiner werden. Deshalb fallen in diesem Jahr die Heinrichsstraße und der Heumarkt komplett als "Marktstraßen" weg. Im Gegenzug wird die Jesuitenstraße wieder in das Marktgeschehen einbezogen. Sie war im vergangenen Jahr wegen einer Baustelle nicht nutzbar.


Es geht nach "Noten"

Bei der Auswahl der Stände orientierte sich Sabine Sauer an einer "Notenliste" der Gutachter, die den Markt regelmäßig besuchen und die Qualität der einzelnen Händler und Angebote gut einschätzen können. Die "Quatschstände" seien für dieses Jahr weggefallen, sagt die Bürgervereinsvorsitzende.
Weniger ist mehr: Das gilt auch für die Sicherheit. Stadtbrandrat Matthias Moyano hat in diesem Jahr die Sicherheitsbestimmungen strenger geregelt. Deshalb werden entlang der Hauptwachstraße weniger Stände stehen als früher.
Weniger ist mehr: Von diesem Motto sollen nicht zuletzt die Anwohner profitieren - durch kürzere Öffnungszeiten. In diesem Punkt kann der Bürgerverein auf die positiven Erfahrungen zurückgreifen, die er schon vor einem Jahr gemacht hat. 2015 durften die Händler erst ab 7 Uhr aufbauen und ab 9 Uhr verkaufen mit der Folge, dass nicht schon um 4 Uhr morgens die umliegenden Straßen mit Lieferwagen zugeparkt waren und die Anwohner zu nachtschlafener Zeit aus dem Schlummer gerissen wurden.


Zwei Gutachter vor Ort

Sabine Sauer ist überzeugt: "Alle diese Maßnahmen führen zu einer höheren Qualität. Durch den Einsatz von qualifizierten Gutachtern verfügt der Bürgerverein inzwischen über die Möglichkeit der inhaltlichen Bewertung der Anbieter und ist damit in der Lage, die reduzierten Standflächen ausschließlich nach qualitativen Gesichtspunkten zu vergeben."
Am Tag der Deutschen Einheit kommen die Händler aus ganz Deutschland und angrenzenden Ländern, aber auch zahlreiche regionale Anbieter bieten ihre Waren feil. Wie immer dürfen keine Neuware oder nachgemachte Antiquitäten verkauft werden. Um die Vorgaben überwachen zu können, werden erneut zwei erfahrene Gutachter eingesetzt.
In enger Abstimmung mit dem Ordnungsamt und anderen Behörden wurde das Sicherheitskonzept unter Federführung der Vereins-Schriftführerin Rotraud Wielandt überarbeitet. Die Anzahl der vorhandenen Rettungswagen wurde erhöht, ein zweiter Kommunikationsweg über Funk eingerichtet.
Außerdem wird der Markt von zahlreichen ehrenamtlichen Helfern des Bürgervereins kontrolliert. Als zentrale Anlaufstelle wird der Infostand des Vereins diesmal mitten im Geschehen aufgebaut, nämlich im Eingang des Krackhardtshauses, Grüner Markt 31.


Kinderflohmarkt

Marktflächen sind in erster Linie der Grüne Markt sowie der Maxplatz, die Fleischstraße, die Promenade und die Kettenbrücke. Stände gibt es aber auch wieder in der Kessler-, der Franz-Ludwig-, der Hauptwach-, der Fisch-, der Jesuiten- und der Austraße, der Mautgasse sowie auf der Unteren Brücke. Für die jüngsten unter den Trödlern gibt es in der Straße "An der Universität" einen eigens auf die Kinder abgestimmten Flohmarkt. Hier darf alles angeboten werden, was im Kinderzimmer übrig ist. Die Standplätze sind ausschließlich für Kinder bis 14 Jahren gedacht. Es ist nur ein kindertypisches Sortiment, wie zum Beispiel Spielzeug, Kinderbücher und so weiter erlaubt.
"Nur durch unsere ehrenamtlichen Mitarbeiter und dank der unbürokratischen Zusammenarbeit mit dem Ordnungsamt sind wir in der Lage, diese Mammutaufgabe zu stemmen. Der Reingewinn aus diesem Markt wird gemeinnützigen Zwecken zugute kommen", sagt Sauer.
Unterstützt wird der Bürgerverein Bamberg-Mitte wieder vom Stadtmarketingverein; dieser organisiert das gastronomische Angebot und ist für die verkehrstechnische Seite wie Straßen- oder Parkplatzsperrungen zuständig.