Bei guter Gesundheit feierte Anna Tomaschko, geborene Jorda, in Ebersdorf ihren 90. Geburtstag. Die Gratulantenschar war groß. Die Jubilarin ist in Döschna im Sudetenland geboren, dort verbrachte sie ihre Jugend. Im September 1946 musste auch Anna Tomaschko schweren Herzens als damals 18-Jährige mit ihrer Familie die Heimat verlassen und gelangte in den Frankenwald. Hier lernte sie ihren - leider mittlerweile bereits verstorbenen - Ehemann Fritz Tomaschko kennen, der ebenfalls aus seiner Heimat vertrieben worden war.
Aus dem Nichts heraus bauten sie sich mit ihrer Hände Arbeit und unermüdlichem Fleiß eine gemeinsame Existenz auf und errichteten später auch das eigene schmucke Eigenheim in Ebersdorf. Aus der Ehe gingen die Kinder Maria, Friedrich, Walter, Peter, der mit der Jubilarin unter einem Dach lebt, sowie Eva hervor. Heute wird die große Familie von neun Enkeln und vier Urenkeln komplettiert. Ihren Haushalt erledigt die nunmehr 90-Jährige, der man ihr Alter in keinster Weise anmerkt, noch weitgehend selbst. Sogar das Stricken kuschlig-warmer Strümpfe geht ihr noch immer gut von der Hand.
Neben der Erziehung ihrer Kinder fand Anna Tomaschko noch Zeit, um in vielen örtlichen Vereinen tätig zu sein. Sie sang über 50 Jahre beim GV Ebersdorf. Seit über 60 Jahren ist sie Mitglied bei der Awo Ebersdorf sowie seit 30 Jahren Beraterin für die Firma Haka. Ihrer Heimat blieb die Jubilarin stets verbunden. So ist sie als eine der letzten Zeitzeuginnen seit 1999 Oberberichterstatterin für Döschna und Deutsch Brodek. Zig Aufsätze in den Schönhengster Nachrichten und Jahrbüchern zur alten Heimat stammen aus ihrer Feder. Mit großem Engagement hat sie sich für den Neuen Altvaterturm - eine Mahn- und Gedenkstätte für die Vertriebenen in Lehesten - eingesetzt, hat Bettelbriefe geschrieben und die Spendengelder treu verwaltet. Zur Ausgestaltung des Raumes für Nordmähren hat sie zwei Vitrinen mit Erinnerungsstücken aus der alten Heimat bestückt.
In die große Gratulantenschar reihte sich auch Ludwigsstadts 2. Bürgermeisterin Eva Jahn ein. Sie überreichte ein Präsent und wünschte der Jubilarin noch viele Jahre bei bestem Wohlergehen und guter Gesundheit. hs