Drei Exkursionen finden in den nächsten Monaten im Rahmen der Jüdischen Kulturtage Bad Kissingen statt. Anmelden sollte man sich aus organisatorischen Gründen allerdings bis spätestens 13. April.
Am Sonntag, 14. Mai, führt eine Tagesfahrt zu den Spuren jüdischen Lebens in Würzburg. Im Mittelpunkt steht der Besuch des jüdischen Gemeindezentrums "Shalom Europa". Es beherbergt neben der 1970 gebauten Synagoge auch ein deutschlandweit einzigartiges Museum, Gemeindeeinrichtungen und das Johanna-Stahl-Zentrum, das Forschungs- und Dokumentationszentrum für das unterfränkische Judentum.
Für die Führung konnte Prof. Karlheinz Müller gewonnen werden, der das Konzept der Ausstellung erarbeitet hat und zu den führenden Judaisten in Deutschland zählt. Nach einer Mittagspause mit koscherem Imbiss führt Karlheinz Müller über den jüdischen Friedhof in Würzburg.
Am Dienstag, 4. Juli, geht es zu einer Tagesfahrt auf jüdischen Spuren nach Erfurt. Erfurt besaß eine der größten und ältesten jüdischen Gemeinden in Mitteleuropa. Neben der Alten Synagoge steht eine Besichtigung der mittelalterlichen Mikwe (dem rituellen Tauchbad), der Kleinen Synagoge aus dem 19. Jahrhundert und der Neuen Synagoge aus dem 20. Jahrhundert im Programm. Eine Begegnung mit Rabbiner Benjamin Kochan ermöglicht einen authentischen Einblick in das heutige jüdische Leben in Erfurt.
Den Abschluss der Fahrt bildet eine Führung durch die Dauerausstellung im ehemaligen Verwaltungsgebäude der Firma "Topf & Söhne", die die Verbrennungsöfen der Krematorien in Konzentrationslagern hergestellt haben.


75. Jahrestag

Eine viertägige Fahrt nach Prag und Theresienstadt ist vom 18. bis 21. Juli vorgesehen. Anlass ist der 75. Jahrestag der Deportation der jüdischen Bevölkerung aus Stadt und Landkreis Bad Kissingen im Jahr 1942, von denen viele nach Theresienstadt deportiert wurden. Geplant sind der Besuch des Gestapo-Gefängnisses in der Kleinen Festung Theresienstadt sowie der Stadt Theresienstadt.
In Prag besuchen die Teilnehmer den weltberühmten jüdischen Friedhof sowie Synagogen und Museen, außerdem kann die Metropole auf eigene Faust erkundet werden. Weitere Informationen sind erhältlich im Büro der Städtischen Volkshochschule, Tel.: 0971/ 807 12 10. red