Nach umfangreichen Ermittlungen hat die Staatsanwaltschaft in Bamberg Anfang August 2021 Anklage gegen sechs Angeschuldigte aus dem Raum Haßfurt erhoben. Die Bande soll im Zeitraum von Anfang 2020 bis Frühjahr 2021 mit insgesamt mindestens zehn Kilogramm Metamphetamin (Crystal) und mindestens 160 Kilogramm Marihuana gehandelt haben. Das gaben Polizei und Staatsanwaltschaft erst jetzt bekannt.

Der Staatsanwaltschaft Bamberg ist in enger Zusammenarbeit mit der Kriminalpolizei Schweinfurt ein Ermittlungserfolg gegen den regionalen Drogenhandel im Raum Haßfurt gelungen. Im Frühjahr 2021 waren bereits mehrere Personen festgenommen worden. Bei der damaligen Durchsuchung bei den Tatverdächtigen wurden circa 1,5 Kilogramm Metamphetamin, rund 16,5 Kilogramm Marihuana, ungefähr 140 Gramm Kokain und rund 800 Gramm MDMA sichergestellt. Zudem konnten mehrere Tausend Euro Bargeld, hochwertiger Schmuck sowie zwei Kraftfahrzeuge der Bande, die zur Beschaffung und Verteilung der Betäubungsmittel genutzt wurden, beschlagnahmt werden.

Die weiteren Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Bamberg und der Kriminalpolizei Schweinfurt ergaben, dass die Angeschuldigten offenbar in einem noch weitaus größeren Umfang mit Betäubungsmittel handelten. Drei Männern und einer Frau wird vorgeworfen, sich ab Anfang 2020 zu einer Bande zusammengeschlossen zu haben, um sich durch die Beschaffung und den Verkauf von Betäubungsmitteln in erheblichem Umfang eine Einkommensquelle zu verschaffen.

Über das Darknet

Zwei der männlichen Angeschuldigten sind den Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft zufolge als Kopf der Bande anzusehen, die Anweisungen für die Beschaffung von Betäubungsmitteln gaben, wobei sie auf Lieferschienen aus dem Raum Wiesbaden und Berlin zurückgreifen konnten. Der Transport des beschafften Betäubungsmittels zu den Bandenköpfen erfolgte hauptsächlich durch ein weibliches Bandenmitglied. Die Bande bediente sich bei der Beschaffung, Lagerung und Auslieferung der Ware unter anderem der Hilfe zweier weiblicher (Mit-)Angeschuldigter. Ein Teil der Drogen wurde über einen im Darknet konzipierten Internetshop eines der männlichen Bandenmitglieder verkauft. Die Angeschuldigten sollen mehr als zehn Kilogramm Metamphetamin, mindestens 160 Kilogramm Marihuana, 200 Gramm Kokain und mehr als zwei Kilogramm Amphetamin im Zuständigkeitsbereich der beiden Polizeipräsidien Ober- und Unterfranken an verschiedene Abnehmer gewinnbringend weiterverkauft haben. Anfang August 2021 hat die Staatsanwaltschaft Anklage zum Landgericht Bamberg erhoben. Ein Verhandlungstermin ist noch nicht bestimmt worden. red