Im vergangenen Jahr sind Andreas Hilbich und Frank Fleischmann noch nach Roth gefahren, um sich den größten Triathlon Europas, ja vielleicht sogar der Welt anzuschauen. Die beiden Hochstadter blieben bis zum Abschlussfeuerwerk, um sich nachts um 23 Uhr für die Startplatzvergabe am nächsten Tag anzustellen.
Am Tag der Siegerehrung wurden 1000 Startplätze zur Verfügung gestellt. Zwei davon sicherten sich die beiden Triathleten des ASC Kronach-Frankenwald und waren nun als "Rookies" in Roth am Start, wo über 250 000 Zuschauer die Athleten frenetisch anfeuerten.
Am Wettkampftag bei ihrem Debüt auf der Langdistanz klingelte um 5 Uhr der Wecker. Ein schneller Rad-Check, Frühstück und Anziehen des Neopren-Anzuges, dann knallte die Kanone, und es ging ab auf die 226 Kilometer lange Reise.
Das Schwimmen verlief für Frank nicht ganz optimal. Aufregung und Anspannung sorgten dafür, dass er erst einmal nur Brustschwimmen konnte, danach wie gewohnt kraulen. 1:51:17 Stunden stand auf der Uhr, als er wieder festen Boden unter den Füßen hatte. Andreas spulte sein Schwimmen genau nach Vorgabe ab (1:34:30 Std.).
Auf dem Rad stand zunächst die Verpflegung im Vordergrund. Die beim Schwimmen verbrauchte Energie musste aufgefüllt werden.
Das Radfahren verlief für beide sehr gut. Nach Greding stieg die Vorfreude auf den berühmten Solarer Berg, den beide bisher nur als Zuschauer kannten. Es war ein überwältigendes Gefühl für beide durch die enge Gasse in Hilpoltstein zu fahren und von den Zuschauern nach oben gepusht zu werden. Die zweite Runde wurde etwas zäher. In Eckersmühlen durften sie Richtung Roth abbiegen, von hier aus war es nicht mehr weit zur Wechselzone 2.
Der härteste Teil stand nun bevor, ein Marathon nach 180 Kilometern auf dem Rad. Besonders für Andreas Hilbich war es sehr emotional, traf er bei der Wechselzone doch seine Familie. Bei ihm liefen die ersten zehn Kilometer ohne Probleme. Über den ersten Einbruch halfen ihn seine Schwiegereltern hinweg, die er an der Laufstrecke traf. Beim nächsten Tiefpunkt bei Kilometer 30 standen seine Söhne Max und Felix, die ihrem Papa wieder neue Kraft gaben. Von da an lief es wie von alleine Richtung Ziel. Zusammen mit seinen beiden Söhnen lief er während des Feuerwerks nach 15:06 Stunden über die Ziellinie und bekam von Jan Frodeno die Finisher-Medaille umgehängt. Besser ging es nicht!
Frank Fleischmann kämpfte zu Beginn mit leichten Bauchschmerzen, was zu wechselnden Geh-Lauf-Abschnitten bis zum ersten Wendepunkt an der Lände führte. Nach der ersten Runde begann er zu rechnen, ob er es schaffen kann, unter 15 Stunden zu bleiben.
Fünf Kilometer vor dem Ziel realisierte er dann so langsam: "Ich schaffe es". Je näher er dem Ziel kam, desto lauter hörte er das Stadion. Auf dem roten Teppich genoss er jede Sekunde. Im Ziel bekam er dann von Joe Skipper, dem Zweitplatzierten, die Finisher-Medaille umgehängt. Dann umarmte ihn auch noch der Weltrekorder, Olympiasieger und zweimalige Hawaii-Sieger Jan Frodeno mit den Worten "Herzlichen Glückwunsch, genieße es!" - ein toller Moment für Frank, der 14:52 Stunden benötigte.
Das macht die Triathlon- Langdistanz so besonders: Alle starten zusammen, bestreiten den gleichen Wettkampf, und die Erstplatzierten kommen zum Ziel zurück und empfangen die Finisher, hängen Medaillen um und feiern zusammen mit allen. In welcher Sportart gibt es das sonst?
Auch Winfried Adolf aus Lichtenfels (ebenfalls ASC Kronach-Frankenwald) war am Start. Seine Gesamtzeit bei seiner dritten Teilnahme (nach 2015 und 2016) betrug 13:41:38 Stunden: 1:26:49 Schwimmen - 6:31:49 Rad - 5:32:28 Laufen. tg