Hallstadt — Den Kreuzweg bewahren und für sich persönlich als Zeichen der Menschlichkeit leben - dazu ermunterte Erzbischof Ludwig Schick die über 300 Gläubigen unter strahlend blauem Himmel am Kreuzberg.
Dekan und Vereinspräses Christoph Uttenreuther begrüßte am Vermisstenehrenmal den Oberhirten des Bistums und stellte die Beziehung des Kreuzweges zu Gott, dem Schöpfer der Welt, her, dem man für die Gaben der Erde und für die Erlösung durch Jesus Christus danken könne. In seinem Grußwort dankte Bürgermeister Thomas Söder (CSU) dem Vorstand des St.-Kilian-Vereins für den Erhalt der Kreuzwegstationen am Kreuzberg in Hallstadt.
Erster Vorsitzender Markus Zirkel bezeichnete die Anlage der Kreuzwegstationen auf den Grundstücken des St.-Kilian-Vereins als identitätsstiftenden Ort in dreifacher Weise. Zum einen biete das Areal erholungssuchenden Gästen einen Ort der Ruhe und meditativen Erbauung, seien die Stationen doch auch eine Etappe auf dem Jakobsweg von Lichtenfels nach Bamberg. Zum anderen sei der Kreuzbergtempel auf der Anhöhe mit seinem nächtlichen Licht ein Punkt der Orientierung für die Bürger der Stadt Hallstadt.
Die Vereinsmitglieder des St.-Kilian-Vereins bauten seit der ersten Weihe am 24. August 1890 eine besondere Beziehung der Hingabe und Pflege zu diesem Glaubenszeichen auf. Gerade auch in schwierigen Zeiten, wie den beiden Weltkriegen, in Zeiten der Wirtschaftskrise in den 1920er-Jahren und im Dritten Reich fanden sich immer wieder Idealisten, die sich persönlich und in der Vereinsgemeinschaft der Arbeit am Kreuzberg widmeten.


Auf ursprünglichen Pfaden

Bei der letzten großen Sanierung in den Jahren 2005 bis 2007 verlegten die agilen Arbeiter die Wegführung wieder auf die ursprünglichen Pfade. "Für die Mitglieder des St.-Kilian-Vereins ist es gleichermaßen Ehre und Verpflichtung, die Pflege und den Erhalt der Kreuzwegstationen in die Zukunft führen zu dürfen", resümierte Vorsitzender Zirkel.
Unter den Klängen der "Hallstadter Wallfahrtsmusik" zog die Gemeinschaft der Gläubigen, die auch aus den umliegenden Ortschaften zum Kreuzberg gekommen waren, andächtig schweigend von Station zu Station. Abwechselnd betend betrachteten die Bittgänger meditativ die jeweiligen Aussagen der einzelnen Bildstöcke der 14 Kreuzwegstationen.
Im Anschluss an die Andacht an den Bildstöcken sprach Erzbischof Schick zur Gemeinde und wies auf die Bedeutung des Kreuzes als Zeichen der Erlösung hin. Der vertikale Kreuzesbalken sei als Symbol der Verbindung des Menschen zu Gott anzusehen, während der horizontale Balken die Offenheit zu den Mitmenschen bedeute. Anhand der Aussagen "Jesus begegnet seiner weinenden Mutter" (4. Station), "Simon von Cyrene hilft Jesus das Kreuz tragen" (5. Station) und "Veronika reicht Jesus das Schweißtuch" (6. Station) lenkte der Oberhirte die Aufmerksamkeit der Anwesenden auf die Wichtigkeit der Menschlichkeit im Leben. "Es zeigt sich im konkreten Handeln des Einzelnen, wie er seinen Glauben im alltäglichen Leben seinen Mitmenschen als Zeichen der Menschlichkeit vorlebt", so Schick.
Danach folgten die Bittgänger der Einladung des Vorstandes und griffen gerne beim Speise- und Getränkeangebot unter freiem Himmel zu. mz