Wie schon in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats stand das Weisendorfer Amt für Freizeit und Kultur jetzt auch im Haupt-, Finanz- und Kulturausschuss in der Kritik einiger Gemeinderäte.
Eigentlich ging es um den Kauf von drei Fahrzeugen, aber während es über die Ersatzbeschaffung des Bauhoffahrzeuges, ein VW Doka für rund 34 000 Euro keine Diskussionen gab, wurde es bereits bei der Ersatzbeschaffung eines Fahrzeuges zur Schülerbeförderung emotional. Denn als drittes Fahrzeug stand die Beschaffung eines VW-Transporters für das Amt für Freizeit und Kultur auf der Tagesordnung.
Am zwölf Jahre alten Fahrzeug für die Schülerbeförderung, das auch vom Liegenschaftsamt genutzt wird, stehen Reparaturarbeiten für rund 6000 Euro an. Nach Meinung von Christiane Kolbet (Grüne) sind 128 000 Kilometer nicht zu viel, und sie habe bei einer Inaugenscheinnahme festgestellt, dass das Fahrzeug fahrtüchtig sei und noch zwei Jahre betrieben werden könne. Sie wollte wissen, warum gleich zwei Fahrzeuge für den Personentransport angeschafft werden sollen. "Ich werde weder dem einen noch den anderen Fahrzeug zustimmen", kündigte Kolbet ihre Ablehnung an.


Amtsfahrzeug oder Bürgerbus?

Zur Sache ging es dann beim dritten Fahrzeug, das für den Bereich des Amtes für Freizeit und Kultur vorgesehen ist. Der Hinweis des Bürgermeisters, dass das Fahrzeug auch den Senioren und Vereinen zur Verfügung stehen und in einen Bürgerbus münden soll, da bereits jetzt immer wieder eine Fremdfirma eingesetzt werden müsse, fiel nicht auf fruchtbaren Boden. Hans Kreiner (CSU) kritisierte die Überschrift, denn dort hätte dann "Bürgerbus" stehen sollen. Sowohl Kreiner als auch Friedrich Mümmler (FW) plädierten dafür, erst die am Vortag beschlossene Ausschusssitzung zur Aufgabenstellung des Amtes für Freizeit und Kultur abzuwarten.


Mitarbeiterin hat gekündigt

"Ich bin selten der Meinung des Herrn Kreiner, aber erst muss das Konzept für das Amt geklärt sein", erklärte Kolbet. Als Kolbet noch einen Unfall ansprach, den es bei einer Rückfahrt von einer Veranstaltung gegeben haben soll, und den Namen der Fahrerin nannte, platzte dem Bürgermeister der Kragen. "Wir sind hier in einer öffentlichen Sitzung, und da gehört das Thema nicht hin", wies Süß die Gemeinderätin mit scharfen Worten zurecht.
Der Antrag von Mümmler, die Beschaffung eines weiteren Fahrzeuges zu vertagen, wurde dann mit 6 gegen 3 Stimmen angenommen. Wie Bürgermeister Süß mitteilte, hat Miriam Flock vom Amt für Freizeit und Kultur mittlerweile gekündigt, weil sie sich wieder vermehrt um die Arbeit mit Kindern und Jugendliche kümmern will. Der Bürgermeister findet es schade, dass sich die Gemeinderäte nicht die Mühe machen, sich ein eigenes Bild vom Amt machen. "Das Problem ist, dass die beiden Damen ,nur‘ ihrer Arbeit nachgehen und diese nicht medienwirksam präsentieren und verkaufen", erklärte Süß dazu.