Mit Erstaunen habe das Landratsamt Erlangen-Höchstadt die Pressemitteilung des Bund Naturschutz (BN) vom 25. Februar 2017 und die darauf folgende Berichterstattung aufgenommen, heißt es in einer Stellungnahme der Behörde.
"Ich verstehe die Sorge um den Schutz der Amphibien, allerdings sind einige Behauptungen in der Pressemitteilung falsch", sagt Kreisbauhofleiter Jürgen Ertl. In einem Brief habe er sich nun an den BN-Beschwerdeführer gewandt, das Vorgehen beim Aufstellen des Amphibienzaunes erläutert und noch einmal ein persönliches Gespräch angeboten.
Die erforderliche Genehmigung, um die Amphibienzäune aufzustellen, habe dem BN zwar schon vorgelegen, allerdings hätten die tiefen Temperaturen in den letzten Wochen Aufstellarbeiten einen Strich durch die Rechnung gemacht. Trotz Temperaturen im Plusbereich am Tage bewegten sich die Nachttemperaturen nahe dem Gefrierpunkt, wodurch der Boden nur in der oberen Schicht auftaute.


Spezialwerkzeug

"Die Amphibienzäune werden in das Erdreich des Straßenbankettes eingegraben. Hierfür verwendet der Kreisbauhof einen dafür speziell gefertigten Pflug, um diese Arbeiten schnell und effektiv ausführen zu können. Bis vor ein paar Tagen war jedoch der Frost noch so weit im Boden, dass ein Pflügen in ausreichender Tiefe nicht möglich war", erläutert Ertl.
Die vom BN aufgestellte Behauptung, dass der Kreisbauhof die Zeitverschiebung für die frühe Wanderung der Amphibien nicht registriert habe und aus Personalmangel das Aufstellen der Amphibienzäune nicht früher habe durchführen können, weist Ertl zurück: "Der Kreisbauhof hat das gesamte eingelagerte Amphibienschutzmaterial bereits Mitte Februar für die Verwendung vorbereitet."
"Insgesamt belaufen sich die Kosten für die notwendige Verkehrssicherung, die der Straßenbaulastträger zu leisten hat, auf circa 2500 Euro. Hinzu kommen noch circa 31 500 Euro als freiwillige Leistung des Landkreises für das Aufstellen und den Abbau der Amphibienschutzzäune", betont auch Landrat Alexander Tritthart (CSU). Erlangen-Höchstadt sei einer der wenigen Landkreise, der die Amphibienschutzeinrichtungen komplett selbst aufstelle.


Enormer Aufwand

Sie zu beschaffen, zu lagern, aufzustellen, zu unterhalten und schließlich abzubauen und wieder einzulagern, gehöre alles zu den Aufgaben, die der Kreisbauhof bewältige. Und das nebenbei, denn in erster Linie sei der Bauhof für die Sicherheit auf den Kreisstraßen verantwortlich.
In die Zeit der Amphibienwanderung würden traditionell noch andere Aufgaben fallen, wie Gefahrenstellen in der Fahrbahn nach dem Winter zu beseitigen oder Bäume und Hecken zu schneiden, die die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer gefährden. Wegen der Vogelbrut, die Ende Februar einsetzt, müsse der Bauhof diese Arbeiten zwingend bis Ende Februar verrichtet haben.
"Für uns sind diese Zeitangaben verbindlich einzuhalten. Es ist auch hier einmal eine Überlegung wert, von solchen Fixterminen im Bedarfsfall abzuweichen", schlägt Ertl dem Beschwerdeführer vor.
"Der Kreisbauhof ist um eine gute Zusammenarbeit bemüht und wird auch weiterhin versuchen, die Schutzzäune rechtzeitig aufzustellen, soweit es die Bodenverhältnisse und andere wichtige Arbeiten zulassen", schließt Ertl. red