Samstagnachmittag am Forchheimer Rathaus-Brunnen: Oberbürgermeister Uwe Kirschstein begrüßt die Teilnehmer einer besonderen Tour. Mitglieder des ADFC und der Forchheimer SPD wollen sich kritische Stellen im Forchheimer Radwegenetz anschauen.
Unter der Führung von ADFC-Vorstandsprecher Frank Wessel geht es zunächst über die Klosterstraße mit ihren radfahrerfreundlichen Seitenstreifen Richtung Adenauerallee zum Abzweig Bayreuther Straße. Beim Überqueren dieser stark befahrenen Straße lernt die Gruppe das Gefahrenpotenzial der an vielen Stellen üblichen Ampelschaltungen kennen: Die Fahrspuren werden nacheinander und nicht zeitgleich freigegeben, so dass ein Aufenthalt auf der Mittelinsel unumgänglich ist. Wer hier auch noch mit einem Kinderanhänger stehen bleiben muss, erlebt oft, dass die Insel eigentlich zu klein ist.
Fahrrad oder Anhänger müssen halb oder ganz auf der Straße stehen bleiben. Während vorne und hinten der Autoverkehr vorbeirauscht, kann der Radler nur beten, dass ihm und dem Kind nichts passiert. Das macht man nur einmal mit und wird solche Wege meiden. Ganz davon zu schweigen, wie sich Schulkinder in solch verwirrenden Situationen verhalten.
"Radfahrer brauchen eine leistungsfähige und komfortable Infrastruktur", heißt es bei der Rundfahrt immer wieder. Ein Mitglied des ADFC hat eine Schachtel mit Altglas auf dem Gepäckträger dabei, die bei jeder Bordsteinkante mit lautem Geschepper die Stöße auf das Fahrrad und seinen Benutzer akustisch deutlich macht. Warum kann man solche Kanten nicht so gestalten, dass man sie "bequem" überfahren kann?
Aber es gab auch positive Beispiele. So machte Frank Wessel an der "Milkabrücke" darauf aufmerksam, dass hier mehrere stadtteilverbindende Radwege zusammentreffen, die unabhängig vom Autoverkehr geführt werden. Ein neuer soll hinzukommen: Über einen an die Autobahnbrücke angebauten Radweg soll bald das Gewerbegebiet im Forchheimer Süden bequem für Radler erreichbar sein.
Solche Wege, so Wessel, laden besonders zur Benutzung des Fahrrades ein und werden daher vom ADFC sehr befürwortet.
Insgesamt über zwei Stunden dauerte diese Tour. Der ADFC hofft für alle Radfahrenden, dass bei künftigen Planungen und Umbauarbeiten seine Anliegen Berücksichtigung finden. Dazu wäre es auch sinnvoll, ihn rechtzeitig bei solchen Vorhaben zu beteiligen. Das Fachwissen wäre vorhanden.