Ampelanlagen stehen an Kreuzungen mit hohem Verkehrsaufkommen, hohen Geschwindigkeiten, unzureichenden Sichtverhältnissen, Häufung von Unfällen zwischen Linksabbiegern und Gegenverkehr oder Gefährdung schutzbedürftiger Verkehrsteilnehmer. Die Lichtsignalsteuerung dient dabei den unterschiedlichen Verkehrsarten und Nutzergruppen: Kfz-Verkehr mit Ziel einer möglichst unterbrechungsfreien Fahrt ("Grüne Welle"), öffentlicher Personennahverkehr mit teilweiser Bevorrechtigung (Busbeschleunigung), Fußgänger- und Radverkehr mit erhöhten Sicherheitserfordernissen.

Im Stadtgebiet Bamberg gibt es 107 Lichtsignalanlagen. Jede Signalanlage verfügt über ein Steuergerät, das vor Ort einen Großteil der Steuerungsfunktionen übernimmt. Eigene Ablaufprogramme schalten tageszeitabhängig verschiedene Signalpläne, deren Grünzeitverteilungen an die im Tagesverlauf wechselnden Verkehrsbelastungen angepasst sind. So wird u.a. hinsichtlich Morgen-, Nachmittag- und Schwachlastprogramm unterschieden.

90 Lichtsignalanlagen sind am zentralen Verkehrsrechner im EBB-Betriebsgebäude am Margaretendamm angeschlossen. Von hier aus können die Anlagen durch die Verkehrsplanung überwacht werden, hier werden Störungen angezeigt und aufgezeichnet. Dabei koordiniert der Verkehrsrechner u.a. die Anlagen einer Grünen Welle. Über ihn ist der Fernzugriff auf die Signalsteuerungen bzw. die Signalplanauswahl möglich.
Die Verteilung der Grünzeiten und die Einteilung der Fahrspuren orientieren sich an den vorhandenen Verkehrsstärken. Diese werden als notwendige Planungsgrundlage für alle signalisierten Knotenpunkte (Ampelkreuzungen) regelmäßig im Rahmen von Verkehrszählungen erfasst.

Dabei kann sich die Verteilung der Grünzeiten selbstverständlich nicht allein an den Kfz-Verkehrsmengen orientieren. Weitere entscheidende Vorgaben für die Signalplanung ergeben sich aus den Anforderungen der Fußgänger, der Radfahrer und des öffentlichen Personennahverkehrs.

In der Regel werden in Zeiten mit hohem Verkehrsaufkommen Umlaufzeiten von 90 Sekunden geschaltet. Die Umlaufzeit ist die Dauer bis zur Wiederholung eines Signalplans. In Schwachlastzeiten wird zur Reduzierung der Wartezeiten die Umlaufzeit auf 75 Sekunden reduziert, bzw. die Signalanlage ausgeschaltet (Nachtabschaltung). red