Höchstadt — Das war ein Novum bei der "Garagen-Trödel-Initiative" des Agenda-Arbeits-Kreises Kultur (Akku): Als sich die Garagentore in der Süd-Stadt öffneten, hatten auch die "Trödler", die über keine geeigneten Räumlichkeiten verfügen oder zu weit abseits liegen, die Möglichkeit, ihre Waren auf dem Hof der Kulturfabrik anzupreisen.
Allerdings stieß die Premiere bei den Anbietern in den Garagen eher auf Skepsis. Sie meinten, ihnen gehe durch diese Konzentration an einem Punkt ein Teil ihres Geschäfts verloren. Wie auch immer: Weder die Trödler in den Garagen noch die im Fortuna-Hof hatten letztendlich Grund zum Klagen.


Das Wetter spielte mit

Das Wetter spielte mit und gemeinsam freuten sich die Anbieter über das Interesse der Besucher. Es waren nicht nur Höchstädter, die zu den Garagen spazierten. Bärbel Lüders aus der Franzensbader Straße wunderte sich darüber, dass gleich zu Beginn, noch vor 9 Uhr, die "Trödelmarkt-Profis" aus der gesamten Region "anrückten" und sich nach hochwertigen Dingen umsahen. So wurden Autos aus Erlangen, Nürnberg, Bamberg oder Forchheim gesehen. Zu Bärbel Lüders gesellte sich ihre Nachbarin Alexandra Feuerlein, die sich im kommenden Jahr ganz offiziell beteiligen möchte.
Einige Anbieter waren zum ersten Mal dabei und staunten darüber, dass die Käufer erwarten, auch handeln zu können. Auch für Annemarie Neidhart war es eine Premiere, sie fand Gefallen an der Aktion und lobte die Idee des Akku.


Zum Bummeln gekommen

Im Bechhofener Weg 51 hatte Feri Arabi seine Garage ausgeräumt. Dem gebürtige Perser gefällt, dass sich durch den Garagen-Trödel die nachbarschaftlichen und sozialen Kontakte verbessern würden.
Die Eheleute Angelone, die zum Bummeln gekommen waren, meinten, dass der Plan mit den teilnehmenden Garagen sicherlich noch besser gestaltet werden könnte. Überhaupt lägen in der Werbung noch erhebliche Reserven.
Familie Maier bemängelte die teilweise großen Entfernungen zwischen den Garagen. Ihnen sei bekannt, dass in anderen Städten die Feuerwehr einen Shuttle-Dienst anbiete. Mit einem Pferdefuhrwerk würde man in Höchstadt sicherlich älteren Leuten und Eltern mit Kindern einen großen Gefallen tun. Auch der "Nostalgie-Bus" der Firma Vogel wäre eine Variante.
Zu den "alten Hasen" gehören Hannelore und Hermann Proksch. Zur Verstärkung hatten sie Schwiegersohn Thomas Hoffmann engagiert. Ihr Angebot zieht viele Käufer an. Hermann bietet als Mitglied des Obst- und Gartenbauvereins sogar Säfte und Obstbrände an.
In der kurzen Bunzlauer Straße grüßten die bunten Luftballons gleich an drei Trödel-Garagen. Die Familien Russ und Kremer sowie Rosi und Wolfgang Huber sehen im Garagentrödel den Vorteil, dass man seine Waren nicht erst irgendwo zu einem Markt schleppen muss, sondern vor dem eigenen Haus feilbieten kann. Sicher könne man darüber nachdenken, in Wohnungsnähe mehrere Anbieter miteinander zu verbinden.
Einen Shuttle-Service würden auch sie begrüßen. Die ehrenamtliche Arbeit der Mitarbeiter des Akku wird allenthalben sehr hoch eingeschätzt. Verkäufer und Käufer äußerten sich lobend über den Garagen-Trödel nördlich und südlich der Aisch. Natürlich gebe es immer etwas zu verbessern.
Ein Gedanke war auch, den zentralen Markt in den Engelgarten zu verlegen. Dieser Ort sei durch den Spielplatz kinderfreundlicher. Auch wurde die Frage gestellt, ob der Trödel unbedingt mit dem Kirchweih-Mark in der Altstadt zusammenfallen müsse. Doch hier gingen die Meinungen auseinander, da viele Besucher beides gerne miteinander verbinden.