"Wohnen im Alter" war das Thema eines Vortrags im "Schwarzen Amboss" in Hausen. Schwache Beine, zitternde Hände, wie kommen ältere Menschen in ihrer eigenen Wohnung am besten zurecht? Der Bürgermeisterkandidat Thomas Schmitt von der UWG Hausen hatte dazu als Referent Mathias Abbe von der Genossenschaft "Wir für uns" aus Heroldsbach eingeladen, um über die verschiedensten Möglichkeiten des Wohnens im Alter sowie über Umbaumaßnahmen der eigenen vier Wände zu informieren.

Dass die Resonanz auf diesen Vortrag so zahlreich war, überraschte die Veranstalter. "Menschen wollen so lange wie möglich zu Hause bleiben", sagte Thomas Schmitt, "deshalb müssen wir die Lebensräume vor Ort ausbauen, und ein wesentlicher Aspekt dabei sind barrierefreie Wohnungen."

Ab 2031 werden laut Bayerischem Landesamt für Statistik mehr als 30 Prozent der Menschen im Gemeindegebiet über 65 Jahre alt sein. Die größte Herausforderung dabei sei das Anpassen der Wohnungen. Ein solcher Umbau sei eine große Investition für so manches knappe Rentnerbudget, meinte Abbe, doch es erleichtere den Alltag. Ziel eines altersgerechten Umbaus sei an erster Stelle die Barrierefreiheit, also möglichst keine Stufen, sondern ein Treppenlift und Rampen am Eingang. "Machen kann man hier viel", sagte Abbe, "aber auch vieles falsch machen."

Zwischen den Räumen sollte es keine Schwellen geben, damit man auch mit Gehhilfe und Rollstuhl zurechtkomme. "Schon einen Absatz von fünf bis sieben Millimetern schafft ein Rollstuhlfahrer nicht ohne Hilfe, geschweige denn ganze Zentimeter", erklärte Abbe. Aber auch dicke Teppiche seien Hindernisse für Räder. Duschen sollten niveaugleich zum Boden gestaltet werden.

Aber es müssten nicht immer große Umbauten sein, auch kaum merkliche Veränderungen erleichterten den Alltag. "Bei der altersgerechten Wohnraumanpassung geht es vor allem um den Gewinn von Lebensqualität", betonte Abbe, "das Ziel muss es sein, lange, selbstbestimmt, sicher und komfortabel im eigenen Zuhause zu bleiben." Abbe riet, man sollte überlegen, welche Möbel man wirklich brauche oder in welcher Kommode nur lange nicht benutzte Dinge gelagert würden: "So ein Stück wird aussortiert, um mehr Platz zu haben."

Weitere Grundlagen für Lebensqualität im Alter seien auch Versorgung und Teilhabe. Hier böten sich vor allem gemeinschaftsorientierte Wohnformen an, wo ambulante Pflege angeboten wird. Ebenfalls gebe es Wohnpartnerschaften zwischen Jung und Alt mit sozialem Service. Weitere Möglichkeiten sind betreute Wohnanlagen.

Gerade die kleinen Gemeinden müssten sich mit Blick auf den demografischen Wandel stellen. Sie müssten Quartierskonzepte so gestalten, dass ältere Menschen im vertrauten Umfeld bleiben könnten. Drei Bausteine würden dazu benötigt: altersgerechtes Wohnen und Grundversorgung, ortsnahe Unterstützung und Pflege sowie Bereitstellung von Beratung und soziale Netzwerke. red