Watzendorf — "Was ist evanglisch-lutherisch". Damit beschäftigte sich Pfarrer Eckhard Kollmer zusammen mit seinen Kirchengemeinden Watzendorf und Schottenstein. Herausgekommen sind viele Veranstaltungen, die schon gelaufen sind und in nächster Zeit noch laufen werden. Ein Höhepunkt dieser Veranstaltungsreihe der beiden Kirchengemeinden ist das Puppenspiel "Luther - der Reformator", das komplett aus der Feder von Pfarrer Eckhart Kollmer stammt und in die Zeit vor 500 Jahren zurückversetzt.
Im Spiel kommen verschiedene Stationen des Reformators vor. Erzählt wird eine Geschichte mit Tieren, Wesen aus einer anderen Welt und Menschen aus dem Itzgrund in lustiger, aber auch teils nachdenklicher Weise. Die Figuren, in Form von Handpuppen, wurden von Mitgliedern der Kirchengemeinde selbst gebaut. Einige davon sind auch erfunden, wie Kollmer betonte. Die Bühne wurde auf einem Wagen, von den Mitgliedern der Kirchengemeinde in Form einer Kirche gebaut. Ausgestattet war die Bühne mit zwei kleinen Glocken und einer Lutherrose ganz oben. Durch die Mitglieder der Kirchengemeinde erhielten die Puppen ihr Leben und ihre Sprache.
Sehr gespannt auf das Puppenspiel waren die Gläubigen der beiden Kirchengemeinden, und die Reformationsbotschafter, die hierfür extra nach Watzendorf gekommen sind , auf das Puppenspiel, das in sechs Aufzügen aufgeführt wurde und rund eine Stunde dauerte. Das ganze fand auf dem Sonnwendfeierplatz, unweit des Friedhofes, statt. Die Aufführung wurde umrahmt vom Posaunenchor Schottensein unter der Leitung von Johannes Stahl sowie vom Liturgischen Chor Schottenstein, der von Julia Scheffer geleitet wurde, sowie vom "Lutherrock" vom Bad Rodacher Pfarrer Christian Rosenzweig.


Auf dem Weg zum Kaiser

Zum Inhalt: Die drei Dohlen und der Storch leiten das Stück ein und tauchen zwischendurch immer mal auf. Der Reformator Martin Luther ging zusammen mit seinem Begleiter voller Zuversicht durch den Itzgrund und auch an Schottenstein vorbei nach Rom, um dort Ablässe zu kaufen. Als er dort angekommen war, stellte er fest, dass der Ablasshandel eine wahre Geschäftemacherei ist und kehrte sehr enttäuscht wieder zurück. Und er stellte fest, dass Gott den Menschen auch ohne den Kauf von Ablässen vergibt und sie liebt. Auch unmittelbar an Watzendorf vorbei ist Luther mit seinem Begleiter vor 500 Jahren auf dem früheren Amtsbogenweg über Bad Königshofen und später nach Heidelberg gegangen, um sich dort dem Kaiser zu erklären. Einige Bürger, wie Wally und Schorsch, die genauso wie der Teufel erfunden waren, haben durch Luther ihre Liebe zueinander entdeckt und wollten Luther sehen und sprechen. Schließlich gab es für alle Beteiligten ein Happy-End.
Wie am Ende zu erfahren war, sind schon einige Anfragen da, das Stück auch an anderer Stelle zu zeigen. Passend zur Historie wurden nach der Aufführung Spiele aus der früheren Zeit wie Bogenschießen und Hufeisenwerfen angeboten.