"Bamberg ist vom Krieg nahezu verschont geblieben." Ein oft verwendeter Satz, den Horst Gehringer, Leiter des Stadtarchivs, so nicht stehen lassen möchte. Bei "Bamberg on tour" am Sonntag, 13. September, suchen die Radler Ecken der Stadt auf, die vom Zweiten Weltkrieg arg in Mitleidenschaft gezogen wurden, was sich dem geübten Auge zum Teil noch heute erschließt.

Die Folgen von Bombenabwürfen oder Artilleriebeschuss waren unterschiedlich und reichten von kleineren Beschädigungen bis zur völligen Zerstörung der Bausubstanz. Dies war aber in Bamberg nur bei knapp drei Prozent aller Gebäude der Fall und im Vergleich zu anderen Städten wie Würzburg, Nürnberg oder München relativ gering. Allerdings dürfen dabei das menschliche Leid, die auch in Bamberg zahlreichen Todesopfer, die Verletzten und obdachlos Gewordenen nicht übersehen werden. Schäden an Gebäuden waren durchaus häufig anzutreffen. Mit diesen Fällen sah sich denn auch das Kriegsschadenamt, eingerichtet zur Aufarbeitung der Zerstörungen nach Beendigung des Krieges, am häufigsten konfrontiert.

Auf dem Stephansberg waren viele zivile Opfer und große Zerstörungen zu beklagen. Von hier aus nimmt "Bamberg on tour" auch seinen Lauf, Treffpunkt um 14 Uhr ist der Eingang des E.T.A.-Hoffmann-Gymnasiums. Über den Kaulberg geht es hinunter zur Unteren Brücke am Alten Rathaus. Über Gabelmann, Keßlerstraße, Franz-Ludwig-Straße, Willy-Lessing-Straße und Kunigundendamm wird die Erlöserkirche erreicht, die vollkommen zerstört war. Weiter geht es dann in Richtung Pfisterbrücke zu den Bahngleisen, bevor die Radfahrer über die Annastraße zum letzten Halt von "Bamberg on tour" in der Georgenstraße gelangen. Anhand von großformatigen Fotos wird das Ausmaß der Zerstörungen kenntlich gemacht. red