Die Bischofsstadt Bamberg hat im Laufe der Jahrhunderte viele hohe Besuche gesehen. Ein ganz besonderes Ereignis war jedoch das Osterfest 1020, als sich das Oberhaupt der abendländischen Christenheit, Papst Benedikt VIII., dort aufhielt und den weltlichen Vertreter, Heinrich II., in Bamberg besuchte. Norbert Jung, Bamberger Domkapitular und Stadtpfarrer in Ansbach, referierte auf Einladung des Heimatvereins Herzogenaurach über dieses spektakuläre Ereignis vor 1000 Jahren, noch dazu im würdigen Rahmen, nämlich in der Pfarrkirche St. Maria Magdalena. Jung gab an seiner früheren Wirkungsstätte (er war als Kaplan in Herzogenaurach aktiv) ein anschauliches Bild der Ereignisse von 1020, die der Geschichtsschreiber Bebo für Heinrich II. verfasst hat.

Im Gegensatz zu manch turbulenten Zeiten zwischen Papsttum und den deutschen Kaisern demonstrierten Heinrich (1002 - 1024) und Benedikt (1012 - 1024) in den Jahren ihres gemeinsamen Wirkens stets harmonische Zusammenarbeit. Wie Bebo berichtet, war das Treffen der beiden in Bamberg von Beginn an stets freundschaftlich und von keiner Seite gab es Anzeichen von Unterwürfigkeit. Weder der Kaiser noch der Papst gingen bei dem Treffen als Zeichen der Unterwürfigkeit zu Fuß, sondern begegneten sich zu Pferd. Bebo schwärmt von einem "großartigen Fest, von Gott angeordnet". Vier Chöre huldigten Papst Benedikt beim Eintritt im damaligen Dom, der Papst betete an drei Altären, sprach die Eintretenden von ihren Sünden frei, predigte und weihte anschließend Öle und zwei mal sechs Begleiter.

Zehn Tage nach dieser ersten Begegnung erlebte Bamberg einen weiteren Höhepunkt des Papstbesuches. Am Weißen Sonntag (24. April 1020) weihte Papst Benedikt die Kirche St. Stephan in Bamberg. Laut Bebo war das der "großartigste Tag in der Bamberger Geschichte". Er sprach von Bamberg als "Turm der Stärke gegen den Blutrausch der Laster ..." 72 Bischöfe sollen der Zeremonie beigewohnt haben, als der Papst Reliquien von römischen Märtyrern überreichte, wie auch der späteren Weihe der Kapelle in der Alten Hofhaltung. Bambergs Sonderstellung als Bischofssitz wurde somit ausdrücklich gefestigt.

Bamberg als "Haupt der Welt"

Papst und Kaiser reisten anschließend gemeinsam weiter nach Fulda an das Grab des Hl. Bonifatius und legten hier ebenfalls ein Bekenntnis für ihren Glauben ab. Bebo hat später den Besuch des Papstes in Bamberg als den Höhepunkt Heinrichs II. in dessen Leben bezeichnet und die Stadt "als Haupt der Welt" hervorgehoben.

Kaiser Heinrich unterstützte den Papst 1021 bei einem Kreuzzug in Unteritalien.

Heinrich II. starb im Juli 1024 im Alter von 52 Jahren in der Pfalz Grone bei Göttingen. Sein Grab fand er in seiner Stiftung Bamberg. Papst Benedikt VIII. war ihm im April vorausgegangen. Klaus-Peter Gäbelein