Geistig sehr rege feierte am Samstag die frühere Unternehmerin Käthe Fischer, geborene Held, 92. Geburtstag. Die Jubilarin leitete eine alteingesessene Korbwarenfirma. Die unterschiedlichsten Korbwaren wurden in dem von Käthe Fischer geleiteten Unternehmen "Treskow Held Korbwarenfabrik Michelau, Bahnhofstraße 8" hergestellt und bis nach Amerika vertrieben.
Sie erinnert sich gerne an die frühere Zeit, besonders an die 40er-, 50er- und 60er-Jahre. Damals florierte der Korbwarenhandel. Während dieser Zeit waren zeitweise 80 Mitarbeiter in der traditionsreichen Korbwarenfabrik beschäftigt, die 1913 ins Handelsregister eingetragen wurde. Nachdem ihr Bruder Karl verstorben war, ging das zwischenzeitlich von Treskow Held geleitete Unternehmen an Käthe Fischer und ihre Schwester Marie über. Als Marie ausschied, führte Käthe Fischer das Unternehmen bis 1983 als Alleininhaberin weiter. Eine Korbwarenfabrik mit so vielen Mitarbeitern zu leiten, war nicht immer ganz leicht für die heute 92-Jährige.
Schließlich gab ihr der Erfolg recht. Die Produktpalette mit Nähkästchen, Korbmöbeln aus Feinrohr, Wäschetruhen aus Bast war vielfältig, wobei auch internationale Abnehmer die hervorragende Qualität der Flechtartikel aus Michelau schätzten.
In die Niederlande wurden Blumen- und Delikatesskörbe geliefert, man lieferte an Privatabnehmer und an Kaufhäuser. Auch Heimarbeiter halfen in den Wachstumsjahren mit, der Nachfrage nachzukommen. Computer gab es damals noch nicht, doch die technische Ausrüstung war immer auf der Höhe der Zeit.
Sogar der spätere Schwürbitzer Bürgermeister Karl Götz hatte in früheren Jahren im Unternehmen als Kaufmann gelernt. Nachdem ihr Ehemann Otto Fischer, der auch eine Zeit lang Zweiter Bürgermeister von Michelau war, vor mehr als 30 Jahren verstarb, zog sich Käthe Fischer aus dem Familienunternehmen zurück. Ha