Hermann Müller In früherer Zeit waren Himmelbetten sehr beliebt, natürlich besonders bei denen, die etwas auf die hohe Kante zu legen hatten. Die Redensart bedeutet, dass man sein Geld für spätere Ausgaben sparen möchte.

In einer Zeit, in der es noch keine Banken gab, musste man das Gesparte möglichst sicher verwahren - und dafür eignete sich der "Himmel" über dem Bett natürlich ganz besonders, denn ins Schlafgemach kam ja nicht jeder hinein. Und wenn doch, dann war das Ersparte nicht so leicht zu entdecken. Manche Himmelbetten waren dafür sogar mit geheimen Fächern ausgestattet, die nur der Eingeweihte öffnen konnte.

Himmelbetten waren in vielerlei Hinsicht praktisch. Der Baldachin verhinderte, dass Ungeziefer von der Decke direkt ins Bett fallen konnte, und die Vorhänge hielten im Winter zumindest etwas die Kälte ab.

Aufrecht geschlafen

Betten waren früher übrigens kürzer, als heute. Der Grund ist allerdings nicht darin zu suchen, dass die Menschen damals kleiner waren, sondern dass viele aufgrund des Rauches in den Häusern, der Zugluft und der Kälte im Winter häufig unter schlimmen Atemwegserkrankungen litten. Weil es sich aufrecht leichter atmen lässt als im Liegen, wurde meist im Sitzen geschlafen. Hinzu kam, dass der eine oder andere im Liegen verstarb. Die Menschen hatten daher Angst, dass sie am nächsten Morgen nicht mehr aufwachen könnten. Mit großer Wahrscheinlichkeit ist darauf auch die Redensart "jemanden umlegen" zurückzuführen.

Diese Himmelbetten waren beim einfachen Volk sehr schlicht und funktionell gestaltet, beim reichen Bürger oder beim Adel waren sie durchaus reich verziert. Ein besonders schönes Exemplar findet sich in den staatlichen Sammlungen auf der Plassenburg. Es handelt sich dabei um das Prunkbett der Markgräfin Maria, der Ehefrau des Markgrafen Christian, der das Fürstentum Kulmbach von 1603 bis 1655 regierte. Am Christiansportal im Kasernenhof der Plassenburg hat er sich als Obrist der fränkischen Landwehr verewigt.

Leider hat er die Residenz nach Bayreuth verlegt, wodurch die Plassenburg und Kulmbach sehr an Bedeutung verloren. Unter bayerischer Regentschaft wurden in der Folge große Teile der Innenausstattung an andere Orte verbracht.

Mehrmals umgezogen

Das "Familienbett" der Markgräfin Maria scheint sich allerdings um 1850 noch im Westflügel der Plassenburg befunden zu haben. Wahrscheinlich als die Plassenburg zum Zuchthaus ausgebaut wurde, hat man es ins Bayerische Nationalmuseum übernommen. Vor wenigen Jahrzehnten hat es dann den Weg zurück auf die Plassenburg gefunden.

Theodor Dorfmüller beschreibt das Prunkbett in seinem 1816 erschienen Buch "Schicksale und Beschreibung der zerstörten Veste Plassenburg" folgendermaßen: "Da (Oberstes Geschoss des Westflügels) findet man das einst prachtvolle Perlenbett: der alten Markgräfin Brautbett; breit und hoch verhüllen es die Vorhänge, ausgebreitet zwischen den vergoldeten Säulen, die die oberen Verzierungen tragen; noch schwebt ein zielender Liebesgott im Fluge über dem verödeten Lager."

Perlen und Spiegel

Den Beinamen Perlenbett hat es bekommen, weil die Vorhänge früher mit Perlen besetzt gewesen sein sollen. Das achteckige Bett ist von stattlicher Größe. Es ist etwa 2,5 Meter lang, zwei Meter breit und mit dem mit Butzenscheiben verglasten Rahmen auf dem Baldachin vier Meter hoch. Der Betthimmel scheint früher mit einem Spiegel versehen gewesen zu sein. Heute ist das Bett ein Schmuckstück der staatlichen Sammlungen und natürlich in die Themenführung über Sprichwörter und Redensarten eingebunden.