Vestenbergsgreuth — Im Mittelalter waren die Wegericharten die gebräuchlichsten Kräuter bei der Herstellung von Arzneimitteln. Das erfuhren die Besucher eines Vortrags im Kräuter-Garten der Firma Martin Bauer, bei dem Johannes Mayer den Zuhörern vor allem die Anwendung des Spitzwegerichs näherbrachte. Unter anderem wandte Pedanios Dioskuridis, ein griechischer Arzt (um 60 n. Chr.), die Arzneipflanze des Jahres 2014 bei Durchfall und Entzündung an, erzählte der Referent.
Sogar bei Malaria wurde der Spitzwegerich eingesetzt. Hildegard von Bingen nutzte ihn bei Gicht, Schmerzen und Insektenstichen. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts erkannte man seine Wirkung bei Bronchial- und Lungenleiden. Heute wird der Spitzwegerich hauptsächlich bei Katarrhen der Atemwege, Bronchitis, bei Entzündungen der Haut, der Mund- und der Rachenschleimhaut verwendet, heißt es in einem Pressebericht der Veranstalter.

Frische Blätter gegen Juckreiz

Bei Entzündungen im Mund ist zu empfehlen, die frischen Blätter zu kauen, erklärte Mayer weiter. Frische Blätter helfen gegen Juckreiz bei Insektenstichen, oder man legt sie auf Wunden und nutzt so die antibakterielle Wirkung des Spitzwegerichs. Neben seiner entzündungshemmenden Wirkung besitzt er Mineralstoffe wie Zink, Kalium und Kieselsäure. In der Küche ist er zum Beispiel in Spätzle, Pfannkuchenflädle oder als Käse-Apfelsalat mit Spitzwegerich zu verwenden. red