Veronika Schadeck

Vor 15 Jahren hat sich Willi Rentsch offiziell aus dem kommunalpolitischen Geschehen verabschiedet. Dennoch ist er heute noch gern gesehener Gast bei politischen Veranstaltungen, und das nicht nur bei seiner Partei, den Freien Wählern. Am Montag wird der Lauenhainer 80 Jahre alt.
Blickt der gelernte Landwirt und Versicherungsbezirksleiter auf sein Leben zurück, so ist Zufriedenheit in seiner Stimme zu vernehmen. "Ich hatte eine wertvolle und zufriedene Zeit!"
Hineingeboren in eine alteingesessene Bauernfamilie, wuchs er wohlbehütet mit seinem Bruder auf dem elterlichen Hof in Lauenhain auf. Gerne erinnert er sich an die Fußmärsche zum Steinbacher Bahnhof, die er als Jugendlicher Anfang der 50-er Jahre unternahm, um mit dem Zug in die Lichtenfelser Wirtschaftsschule zu fahren, oder an die Zeit, die er als junger Landwirt in einem landwirtschaftlichen Austauschbetrieb in Oberbayern verbrachte.


Ehrenamtlicher Bürgermeister

Die Kommunalpolitik war schon in seinem Elternhaus ein Thema. Als 32-Jähriger führte er von 1969 bis 1974 ehrenamtlich die Kasse der damals selbstständigen Gemeinde Lauenhain, um ab 1974 bis zur Eingemeindung nach Ludwigsstadt als ehrenamtlicher Bürgermeister an der Spitze seiner Heimatgemeinde zu stehen. Im Stadtrat von Ludwigsstadt vertrat Willi Rentsch eine Wahlperiode lang die Interessen der Lauenhainer Bürger. Im Jahre 1978 wurde er für die Freien Wähler in den Kronacher Kreistag gewählt und gehörte diesem bis 2002 an.
"Ich habe etwas bewegen wollen", begründet er sein politisches Engagement. So wirkte er im Kreistag in verschiedenen Ausschüssen mit und war Fraktionsvorsitzender seiner Partei. Als stellvertretender Kreisvorsitzender sowie vorübergehend als Kreisvorsitzender stand er an deren Spitze.
Seiner Heimat und auch der Landwirtschaft ist Rentsch aber immer verbunden geblieben. So engagierte er sich in der Kirche, bei der Waldbauernvereinigung Rennsteig, bei der Jagdgenossenschaft et cetera. Herzensanliegen sind für ihn der Gesangverein "Liederkranz" und der Lauenhainer Kindergarten. Zudem hatte er sich den Siebenern verschrieben und fungierte 25 Jahre lang als Obmann des BBV, davon 20 Jahre im Kreisverband.
Auch mit 80 Jahren ist Willi Rentsch traditions- und heimatbewusst, aber dennoch modern eingestellt. So steht er regenerativen Energien aufgeschlossen gegenüber. Dies wurde auch deutlich, als er vor rund 20 Jahren als Pionier für die Nutzung regenerativer Energien im Landkreis in Erscheinung trat und Beirat der Windkraftanlage Lauenhain wurde.
Aufgrund seines Einsatzes ist Willi Rentsch vor Jahren mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande und mit der Dr.-Johann-Christian-Eberle-Medaille ausgezeichnet worden. Seit einigen Jahren genießt Willi Rentsch seinen Ruhestand mit seiner Ehefrau Heidrun, mit der er über 50 Jahre verheiratet ist. Freude bereiten ihm seine zwei erwachsenen Kinder und drei Enkelkinder. Mit Interesse verfolgt er das politische Geschehen in und um Ludwigsstadt, im Landkreis Kronach und deutschlandweit. Seine Hobbys sind nach wie vor das Klavierspielen und das Singen im Gesangverein.


Spenden statt Geschenke

An seinem 80. Geburtstag am Montag erwartet Willi Rentsch eine große Gratulantenschar aus Vereinen, Verbänden und Organisationen. Von 10 bis 14 Uhr lädt er ins Gasthaus "Am Trogenbach" (Zipfel) in Ludwigsstadt ein.
Statt Geschenke wünscht er sich eine Spende für die Lebenshilfe Kronach und die Diakonie Ludwigsstadt. Die Bankverbindung ist: Sparkasse Kulmbach-Kronach, IBAN: DE 7715 0000 0101 6163 08.