Täglich erlebt der Allgemeinmediziner Dr. med. Albin Friedrich aus Oberthulba, dass ein gewisser Teil der Menschen lieber irgendwelchen Videos und Fake-News auf den einschlägigen Kanälen glaubt, als anerkannten Wissenschaftlern, die in den unterschiedlichsten Ländern weltweit zu einer gemeinsamen Einschätzung der Corona-Lage kommen: Die Impfung und auch die jetzt dringend durchzuführende Boosterimpfung sind seiner Ansicht nach wichtige Elemente in der Bekämpfung der Pandemie. Deshalb hat sich Albin Friedrich jetzt an die Zeitung gewandt in der Hoffnung, dass möglichst viele Menschen, die noch immer Zweifel haben seine Argumente besser verstehen, wenn sie sein "Aufklärungsskript" über die Wirkweise der Impfstoffe in Ruhe zu Hause nachlesen können und bat uns, seine Erklärungen zu veröffentlichen, was wir hiermit gerne tun.

Die Impfstoffe sind sicher Für die Entwicklung des Impfstoffes wurde viel Forschungskapazität und Geld freigemacht, so Albin Friedrich. Wegen des hohen Zeitdrucks der sich entwickelnden Pandemie wurden die Entwicklungsstufen überlappend durchlaufen und somit die Fertigstellung des Impfstoffes zeitlich entscheidend verkürzt, ohne dass die Sicherheit und die Qualität darunter gelitten haben. In den Kontrolluntersuchungen zeigte sich sehr schnell, dass in der Placebogruppe (ungeimpft) sehr viel mehr Menschen erkrankten als in der geimpften Gruppe.

Wirkung in der Zelle, nicht im Zellkern Viele Menschen haben Angst vor genbasierten Impfstoffen, die Nukleinsäuren wie DNA oder RNA enthalten. Diese führen innerhalb einer Zelle, also nicht im Zellkern, zu einer Proteinbiosynthese, also zur Produktion von Antigenen. Genetische oder genbasierte Impfstoffe umfassen also DNA-Impfstoffe, RNA-Impfstoffe und virale Vektoren.

Vektorimpfstoffe (AstraZeneca, Johnson) enthalten den Bauplan für einen Bestandteil des Virus. Dieser Bauplan wird im Reagenzglas künstlich hergestellt und besteht bei Vektorimpfstoffen aus DNA. Im Fall der Covid-19-Impfung trägt der Bauplan die Anleitung für das Spike-Protein des Coronavirus. Dieses Protein bedeckt die Oberfläche des Virus wie Stacheln und ist daher gut für unser Immunsystem erkennbar.

Beim Vektorimpfstoff werden die DNA-Stücke in veränderte Adenoviren, die für den Menschen harmlos sind, eingepackt, damit der Bauplan in die Körperzellen gelangen kann. Nachdem der Impfstoff in den Muskel gespritzt wurde, dringen die Adenoviren in unsere Zellen ein und übertragen den DNA-Bauplan in den Zellkern.

Zelleigene Proteine schreiben die DNA anschließend in mRNA um. Die mRNA dient dann den Ribosomen außerhalb des Zellkerns als Vorlage für die Produktion der Spike-Proteine. Die Spike-Proteine werden anschließend zur Zelloberfläche transportiert und sind somit für die Immunzellen erkennbar.

Das Immunsystem wird dadurch aktiviert und es werden beispielsweise Antikörper gegen das Spike-Protein produziert. Zudem wird im Immunsystem eine Erinnerung hinterlegt, welche die Person bei einer erneuten Infektion vor dem Virus schützt.

Die mRNA-Impfstoffe enthalten den Bauplan für einen bestimmten Bestandteil des Virus. Dieser Bauplan wird im Reagenzglas künstlich hergestellt und besteht aus mRNA. Im mRNA-Impfstoff wird die mRNA zu ihrem Schutz in eine Hülle aus Fetten (Lipid-Nanopartikel) eingepackt, damit sie in Körperzellen gelangen kann und nicht sofort wieder abgebaut wird. Die Körperzellen nehmen die mRNA auf, lesen den Bauplan ab und produzieren das Spike-Protein. Dieses wird anschließend auch wieder an die Oberfläche der Zelle transportiert und von den Immunzellen erkannt. Das Immunsystem wird dadurch aktiviert und es werden Antikörper gebildet.

Genom wird nicht verändert Sowohl bei mRNA-Impfstoffen als auch bei Vektorimpfstoffen wird der Bauplan für das Spike-Protein des Coronavirus in die Zellen eingeschleust. Die beiden Impfstoffe unterscheiden sich bei der Art des Bauplans (RNA bei mRNA-Impfstoffen, DNA bei Vektorimpfstoffen) und bei der Umhüllung (Fetthülle bei mRNA-Impfstoffen, Adenovirushülle bei Vektorimpfstoffen). Das Genom aber wird hierdurch überhaupt nicht verändert, betont Albin Friedrich.

Totimpfstoffe, die in der Coronaforschung gerade getestet werden, enthalten das komplette SARS-Cov-2-Virus, jedoch inaktiviert. Im Vergleich zu den oben beschriebenen Impfstoffen, die nur auf das Spike-Protein abzielen, löst ein Ganzvirusimpfstoff eine breitere Immunantwort aus. Die Immunantwort richtet sich dann nicht nur gegen das Spike-Protein, sondern gegen weitere Viruskomponenten.

Bei einer breiteren Immunantwort geht es nicht nur um die Bildung von virusneutralisierenden Antikörpern, sondern auch um die Stimulation anderer Komponenten des Immunsystems, insbesondere der T-Lymphozyten. Theoretisch ist eine breitere Immunantwort von Vorteil. Ob das in diesem Falle wirklich einen besseren Schutz vor der Erkrankung vermittelt, müssen die klinischen Studiendaten und Post-Marketing-Untersuchungen zeigen.

Damit die Immunantwort des Körpers stärker ausfällt, werden hier Wirkverstärker (zum Beispiel Aluminiumhydroxid) eingesetzt werden. Wirkverstärker sind schon bei vielen anderen Impfungen wie Tetanus, Diphtherie, Influenza, Hepatitis B und anderen bekannt.

Impfreaktionen treten direkt im Anschluss an eine Impfung auf und dauern meist nur einen Tag. Sie sind Zeichen einer Immunreaktion des Körpers und deshalb unbedenklich, so Albin Friedrich.

Das Risiko einer schwerwiegenden unerwünschten Arzneimittelwirkung (Nebenwirkung) nach einer Covid-19-Impfung ist sehr gering. Auch Spätfolgen beziehungsweise Langzeit-Nebenwirkungen sind sehr unwahrscheinlich, denn die meisten Nebenwirkungen treten in der Regel innerhalb weniger Tage bis maximal einige Wochen nach der Impfung auf.

Keine Langzeitfolgen Langzeitfolgen, die sich erst Jahre später zeigen, sind bei bisherigen Impfungen nicht bekannt und auch bei den Corona-Impfstoffen nicht zu erwarten, sagt der Allgemeinmediziner aus Oberthulba.

Gründe, sich impfen zu lassen Im Gegensatz zur Impfung wird bei einer Corona-Infektion die gesamte RNA des Virus in die Zellen übertragen und dort vermehrt. Man kann sich leicht vorstellen, dass dies zu viel massiveren Veränderungen und einer stärkeren Erkrankung des Körpers führt, und man sollte deshalb vor der Erkrankung viel mehr Angst haben als vor der Impfung, argumentiert Albin Friedrich. Es gebe Modellstudien, die zeigen, dass ohne die bereits durchgeführten Coronmaßnahmen und Impfungen bereits Millionen von Menschen gestorben wären.

Fazit von Albin Friedrich Vorzu beugen ist besser, als die Krankheit durchzumachen. Auch junge Menschen können schwer an Covid-19 erkranken. Coronaimpfstoffe sind sicher und haben eine hohe Wirksamkeit. Die Impfung birgt weniger Risiken als eine Covid-19-Infektion.

Mit der Impfung schützt man sich und die Mitmenschen. Die Impfung wird weltweit als ein Baustein in der Pandemiebekämpfung angesehen. Impfung entlastet unser Gesundheitssystem. red