Hauptendorf — Schon vor Öffnung des neuen Ladens der Bäckerei Kreuzer standen die Kunden Schlange und ein betörender Duft zog bis auf die Straße. Im Geschäft strahlte Anita Fürst übers ganze Gesicht. "Die Küchle sind ein Gedicht und so schmackhaft wie früher", schwärmte sie.
Mit am Stehtisch stand der Niederndorfer Günter Frenzel: "Endlich wieder a g'scheids Brot, eigentlich müsste man von jedem Stück aus der Theke was probieren." Als Georg Bretting gegen elf Uhr in den Laden kam und die nahezu leeren Regale sah, murmelte er: "Eigentlich hätte ich es wissen und etwas früher kommen müssen." Das sei doch kein Problem, man schreibe für den Nachmittag auf, hörte er an der Verkaufstheke. Einen Kuchen nahm Bretting aber doch schon mit.
Wie berichtet, renovierte Heinz Kreuzer den Laden und nahm den Steinofen aus dem Jahr 1927 wieder in Betrieb. Den Teiglingen erteilte er schon von jeher eine Absage, schließlich arbeitete er 25 Jahre in der Herzogenauracher Traditionsbäckerei der Familie Franz-Josef Lang, die aus Altersgründen geschlossen wurde. Dass bei Kreuzer alles "handgemacht" ist, davon überzeugten sich auch Franz-Josef Lang und Herta Lang. sae