Ein außergewöhnliches Jahr war 2017, das "Lutherjahr", 2018 ist mal wieder ein "Sportjahr". Demnächst beginnen die Olympischen Winterspiele in Pyeongchang, im Sommer steht dann die Fußball-Weltmeisterschaft in Russland an. Hier wie dort scheint zu gelten: Wichtiger als die Leistung der Athleten ist der "Event" drum herum, die "Show" im Stadion und im Fernsehen, die horrenden Summen, die für Übertragungsrechte an die Verbände fließen, und die astronomischen Gehälter, die an die Sportler gezahlt werden. Hat der Fußballer Uwe Seeler in den 1960er Jahren ungefähr dreimal so viel eingenommen wie ein Durchschnittsverdiener, so liegt heute das Gehalt eines mittelmäßigen Bundesligakickers beim Zehnfachen des Bundespräsidenten. Nach oben hin scheint es keine Grenzen zu geben. Während die Welt der Stars sich immer weiter von der der Normalbürger entfernt, bleiben die Vereine vor Ort auf der Strecke: Ein TSV kann nicht mit Ronaldo mithalten und ein Gesangverein nicht mit Helene Fischer. Dafür ist das, was da von engagierten Laien sportlich und gesanglich geboten wird, alles echt! Alles live und ganz nah.
In ähnlicher Weise gilt das für die Kirche am Ort und den Gottesdienst am Sonntagmorgen. Das ist kein spektakulärer Event, keine professionelle Show, die da über die Bühne geht. Der Gottesdienst ist eine Veranstaltung zum Mitmachen, alles echt, alles live und ganz nah!
Und das Wichtigste: Gott ist dabei! Er ist mittendrin und geht doch gleichzeitig unendlich weit darüber hinaus. Jesus Christus hat seinen Jüngern versprochen: "Wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen" (Mt. 18,20). Und Gott antwortet auf Salomos Gebet zur Tempelweihe (was sich auf die Kirchweihe übertragen lässt): "So sollen nun meine Augen offen sein und meine Ohren aufmerken auf das Gebet an dieser Stätte. So habe ich nun dies Haus erwählt und geheiligt, dass mein Name dort sein soll ewiglich, und meine Augen und mein Herz sollen dort sein allezeit" (2. Chron. 7,15-16).
Freuen Sie sich ruhig vom Sofa aus an den Sport- und Schlagershows, die mit tollen Effekten über die Bühne gehen. Aber schalten Sie zwischendurch den Fernseher auch mal aus, schauen selbst auf dem Fußballplatz vorbei oder singen Sie im Chor mit, als Beitrag zum Sport und zur Kultur vor Ort.
Und gehen Sie am Sonntagmorgen in den Gottesdienst. Da findet das echte Leben statt und da kann man Gott begegnen. Das sollten Sie auf keinen Fall verpassen.

Dirk Acksteiner ist Pfarrer in der evang.-lutherischen Kirchengemeinde in Sonnefeld.