"Wir beginnen unser Schuljahr 2020/21 an drei aufeinanderfolgenden Tagen", sagt der Leiter der Augustinus-Schule der Barmherzigen Brüder Gremsdorf, Andreas Keidel.

Dies betrifft die drei- beziehungsweise zweijährige Heilerziehungspflegeausbildung sowie den einjährigen Helferkurs. Insgesamt starten in dieses Schuljahr 52 Studierende an der Gremsdorfer Fachschule.

Dieser unterschiedliche Unterrichtsbeginn sei, so Keidel, zum einen der Corona-Pandemie geschuldet mit der Forderung nach entsprechend kleineren Gruppen. Zum anderen habe er den Vorteil, dass sich die Lehrer "noch intensiver um den einzelnen Kurs sowie die Schülerinnen und Schüler kümmern können".

Die Ausbildung an der Gremsdorfer Fachschule ist berufsbegleitend. Wobei die Praxisorte recht unterschiedlich sind: zum Beispiel integrative Kindergärten, schulvorbereitende Einrichtungen und Förderzentren. Gerade an diesen Orten sei die Pandemie besonders spürbar. An vielen dieser Ausbildungsstellen könnten momentan keine Hospitationen durch Lehrkräfte stattfinden, klagt Keidel. Aber man sei ja schon froh, dass "überhaupt wieder eine praktische Ausbildung angeboten werden kann". Ungefähr 50 Prozent aller Studierenden an der Augustinus-Schule finden ihren praktischen Ausbildungsplatz bei den Barmherzigen Brüdern Gremsdorf.

Viele Werkstätten sind noch zu

Gerade in den Praxisstellen sieht der Pädagoge große Probleme. Corona behindere Menschen mit Beeinträchtigungen "elementar". Jahrelang habe man um Integration und Inklusion gekämpft. Diese Grundforderungen seien über Nacht enorm eingeschränkt worden. Vor allem könnten viele dieser Frauen und Männer immer noch nicht an ihre ehemaligen Arbeitsstellen zurückkehren.

"Meine Hoffnung ist jedoch", so Keidel, "dass wir nach den Monaten großer Einschränkungen mit unseren Forderungen an Politik und Gesellschaft nicht wieder von vorne beginnen müssen".

"Studierende wie Lehrkräfte freuen sich besonders darüber, dass auch an unserer Schule wieder Präsenzunterricht stattfinden kann", sagt Andreas Keidel, wenn auch die ersten neun Schultage mit Mund-Nasen-Schutzmasken. Aber, so der Leiter der Fachschule, daran seien die Studierenden "eh schon gewohnt", denn in den jeweiligen Praxisstellen herrschten sowieso recht strenge Hygienevorschriften.

Äußerst zuversichtlich blickt der Schulleiter auf die Zukunft der Studierenden. "Sie werden weiterhin für einen absoluten Mangelberuf ausgebildet." Somit würden auch künftig die Absolventen überhaupt kein Problem haben, "sich unter mehreren Stellen eine passende auszusuchen". js