Notruf am Freitag zur Mittagszeit: Im Kindergarten Weilersbach brannte es. Schaurig heulten um 11.35 Uhr die Sirenen im Dorf auf. Dann ging alles blitzschnell. Schon um 11.39 Uhr war das Martinshorns zu hören. Die Weilersbacher Feuerwehr traf ein.
Nach und nach rückten innerhalb kürzester Zeit die Nachbarwehren aus Kirchehrenbach, Reifenberg und Ebermannstadt mit ihrer Drehleiter an. Doch am Ende atmeten alle auf: Es war nur eine Sonderübung. Im Kindergarten war eine solche Übung erstmals auf Initiative von Kindergartenleiterin Sabrina Hack und Weilersbachs Kommandanten Michael Henkel geplant und durchgeführt worden.
Wie Henkel erklärte, sei der Sinn der Übung das reibungslose Räumen der einzelnen Gruppen und des Gebäudes zu proben sowie eine Schulung der Ortskenntnisse für die umliegenden Feuerwehren.
Um mit dem Alarm keine Panik auszulösen, so der Kommandant, waren die Eltern von der Übung vorher verständigt worden. Alles ging schnell. Galt es doch, Kindern und ihren Betreuern in ihrer Not zu helfen, vielleicht sogar ihre Leben zu retten. An die 44 Feuerwehrleute waren zum Kindergarten geeilt. Gemeldet wurde ein Küchenbrand mit Rauchentwicklung. Kinder und Personal wurde vermisst. Zügig wurde das Gebäude geräumt und die Kinder in Sicherheit gebracht.
Sammelpunkt für zwei Gruppen war die St.-Anna-Kirche. Für die anderen Gruppen das Kindergartengelände. Von dort aus wurden die Kinder, nachdem sie den Garten nicht verlassen konnten, von den Einsatzkräften über den Gartenzaun gehoben und in Sicherheit gebracht während die Ebermannstädter Feuerwehr von ihrer Drehleiter aus im Löscheinsatz war.


Verqualmte Räume

So wie es der Notfallplan in Gefahrensituationen vorsieht. "Das Personal und die Kleinen haben sich richtig verhalten" lobte Kommandant Michael Henkel.
Die Feuerwehrleute hatten in Windeseile Schläuche ausgerollt, das Kindergartengebäude umstellt und die Atemschutzträger durchsuchten die mit Rauch verqualmten Räume nach den Vermissten. Dann die Entwarnung: Die vermissten Personen konnten gerettet werden. Um der Übung einen ernsten Charakter zu geben, hatte sich für den Rettungseinsatz Ehrenkreisbrandinspektor Georg Henkel als Statist zur Verfügung gestellt.
Auf den Plan gerufen hat der Alarm nicht nur die Feuerwehrleute, sondern auch Bürgermeister Gerhard Amon mit seinem Vize Marco Friepes, die vor Ort waren. Sie dankten den Einsatzkräften für ihr Kommen und bescheinigten ihnen eine "erfolgreiche Übung, und dem Personal ein "einmaliges Verhalten". "Wir sind höchst zufrieden", bekräftigte der Gemeindechef. "Das hat sehr gut funktioniert, wir können stolz sein" freuten sich dann auch Kommandant Henkel und Leiterin Hack bei der abschließenden Lagebesprechung. "Nur so kann man für einen Ernstfall Erfahrungen sammeln", betonte Henkel, gab aber auch zu bedenken, dass die Übung an einem Brückentag stattfand und viele Feuerwehrleute zu Hause waren.
Bei einem Brandeinsatz unter der Woche wären vielleicht nur ein Viertel der Leute einsatzbereit gewesen. Immerhin waren von den Feuerwehren Weilersbach 22 Frauen und Männer, Kirchehrenbach zehn, Reifenberg sechs und Ebermannstadt ebenfalls sechs beim Einsatz dabei. Heidi Amon