von unserem Redaktionsmitglied Thomas Malz

Münnerstadt — Dass sich ein so genannter Schwarzbau nicht lohnt - selbst wenn es sich nur um eine Schleppgaube handelt - diese Erfahrung hat jetzt ein Hausbesitzer in Münnerstadt gemacht. Geschätzte 15 Jahren nach der Errichtung hat es eine anonyme Anzeige gegeben, jetzt muss der Besitzer einen Bauantrag nachreichen. Bei zwei Gegenstimmen erteilte der Bauausschuss das gemeindliche Einvernehmen, obwohl es ein Schwarzbau ist. "Nach 15 Jahren tue ich mir schwer damit", sagte Bürgermeister Helmut Blank (CSU) dazu. "Das sage ich ganz ehrlich." Hätte sich jemand gleich nach dem Bau der Gaube beschwert, wäre es etwas anderes gewesen. Für die meisten Ausschuss-Mitglieder kam ein Rückbau der Gaube deshalb auch nicht in Frage. Entscheiden über den Bauantrag muss allerdings das Landratsamt Bad Kissingen.


Stellungnahme erbeten

Das besagte Grundstück befindet sich im Geltungsbereich des Sanierungsgebietes "Altstadt" und im Geltungsbereich der der städtischen Gestaltungssatzung, weeshalb der Sanierungsbeauftragte der Stadt, Dag Schröder, um eine Stellungnahme gebeten wurde, die der Bürgermeister vortrug. Demnach ist die Gaube sowohl zu hoch als auch zu breit, weshalb Befreiungen von der Altstadtsatzung nötig würden. Die Gaube befindet sich im rückwärtigen Bereich und ist von der Straße nicht einsehbar.
Dieter Petsch (Forum aktiv) stellte fest, dass es sich um eine Grenzbebauung handelt und sich Nachbarn durch das Fenster gestört fühlen könnten. Milchglas oder ähnliches könnte da Abhilfe schaffen. Diese Anregung floss letztendlich auch in den Beschluss mit ein. Ein Abriss kam auch für Dieter Petsch nicht in Frage, vor allem, weil die Gaube wichtig sei, um die Wohnung überhaupt vermieten zu können.


"Schwarzbau bleibt Schwarzbau"

Die Gaube könnte möglicherweise vor 15 Jahren im Einvernehmen zweier Nachbarn entstanden sein, mutmaßte 2. Bürgermeister Michael Kastl (CSU). Dieses Einvernehmen bestehe wohl nun nicht mehr. "Ein Schwarzbau bleibt ein Schwarzbau", meinte er. Es sei doch immer besser, gleich einen Bauantrag zu stellen.
Fabian Nöth (Neue Wege) erinnerte schließlich daran, dass im rückwärtigen Bereich von Häusern schon oft Ausnahmen von der Gestaltungssatzung genehmigt wurden. So erhielt auch der nachträgliche Bauantrag das Einvernehmen.
Alle anderen Anträge gingen einstimmig durch. So will die Firma Vodafone einen temporären Funkmast neben dem früheren Lidl aufbauen, weil der eigentliche Funkmast abgebaut wird. Eine neue Station wir bereits geplant.
Sehr positiv äußerte sich Helmut Blank zum Bauantrag einer jungen Familie, die in der Eichhornstraße eine Haus errichten will. Bei einem Neubau und Umbau eines Hauses in der Manggasse gab es das Einvernehmen zu einer Änderung des Baus.