Coburg — Angesetzt war am Dienstag zunächst eigentlich nur die konstituierende Sitzung des neu formierten Seniorenbeirates mit langen Namenslisten. Es gab Abstimmungen zur Neubesetzung einiger ehrenamtlicher Funktionen. Aber der neue Vorsitzende, Dritter Bürgermeister Thomas Nowak (SPD), und Peter Schubert vom Sozialamt der Stadt hatten doch gleich auch noch ein paar brisante Tagesordnungspunkte parat, Themen, die der älteren Generation Coburgs auf den Nägeln brennen.
Eigentlich ist die Aldi-Filiale in der Mohrenstraße noch gar nicht geschlossen. Aber der Lebensmittel-Discounter plant einen Neubau in der Callenberger Straße, auf dem Sagassergelände. Das gefällt nicht jedem, vor allen denjenigen Coburgern nicht, die kein Auto haben. In der Mohrenstraße hält fast jede Stadtbuslinie direkt vor der Aldi-Ladentür. Und am avisierten neuen Gelände in der Callenberger Straße hält gar nichts. Die Stadtbusse machen einen großen Bogen um das Quartier. Große Hoffnung, ein Umdenken bei Aldi zu erreichen, macht sich eigentlich keiner mehr. "Autos mit großem Kofferraum sind denen lieber als Fußgänger mit übersichtlichen Handtaschen", meinte resigniert Seniorenbeirätin Heide Braunschmidt. Zumindest hat der neue Seniorenbeirat aber beschlossen, bei der SÜC Bus und Aquaria die Einrichtung einer Stadtbushaltestelle am Sagassergelände vorzuschlagen.
Auch der mögliche Wegfall der öffentlichen Toilettenanlagen in der bisherigen Sporthalle, wenn diese abgerissen wird, gefällt nicht. Denn in absehbarer Zukunft wird es auch die Toiletten im Umkleidehaus der Benno-Benz-Anlage gleich im Anschluss an den Ketschenanger nicht mehr geben. Bei Veranstaltungen könnten mobile Toiletten allenfalls eine Notlösung, aber keine Dauerlösung sein, waren sich die Beiratsmitglieder einig. Es müsse also am Ketschenanger wieder eine feste öffentliche Toilettenanlage entstehen, um sanitären Notlagen von älteren Menschen und Menschen mit Behinderungen zuvorzukommen. Das Stadtplanungsamt wird in dieser Angelegenheit bald Post vom Seniorenbeirat bekommen. Der bisherige "Flohmarkt des Seniorenbeirates" bekommt einen neuen Namen. Als "Flohmarkt der Generationen" feiert er am Samstag, 27. September, Premiere.
Es wurden eine Reihe von ehrenamtlichen Funktionen neu oder wiederbesetzt. Ständige stellvertretende Vorsitzende des Seniorenbeirates ist künftig Ex-Stadträtin Friederike Werobél. Weiterer stellvertretender Vorsitzender ist Wolfgang Doischer. Vorsitzender ist Dritter Bürgermeister Thomas Nowak. Delegierte der Coburger Senioren in der Landesseniorenvertretung Bayern sind Friederike Werobél und Wolfgang Doischer. Deren Stellvertreter sind Bernd Fischer und Diakon Wolfgang Dengler. Im Hausbeirat des "Awo-Mehrgenerationenhauses Treff am Bürglassschlösschen" vertritt jetzt Angelika Beilein den Seniorenbeirat, Ersatz ist Erika Vollath. Im Arbeitskreis "Seniorenpolitisches Gesamtkonzept" arbeitet im Auftrag des Seniorenbeirates künftig Bernd Fischer mit, Wolfgang Dengler ist Ersatzmitglied. In die Arbeitsgemeinschaft der Stadt Coburg und der Landkreise Coburg, Lichtenfels und Kronach entsendet der Seniorenbeirat Wolfgang Dengler und Hermine Seelig als Vertreterin. her