Corona verändert vielleicht Wegstrecken, aber nicht den tiefen Glauben und jahrhundertealte Traditionen. Deswegen brachen unlängst über 50 Adelsdorfer und Aischer Bürger zu ihrer alljährlichen Wallfahrt auf. Da aufgrund der Pandemiebeschränkungen der ursprüngliche Zielort, die Wallfahrtskirche in Gößweinstein, nicht aufgesucht werden konnte, entschlossen sich die Organisatoren um den Pfarrgemeinderatssitzenden von Adelsdorf, Thomas Röckelein, das Aischer Pfarrgemeinderatsmitglied Tim Scheppe und den Zweiten Bürgermeister Günter Münch, diesmal in der Rokokokirche St. Kilian in Pretzfeld die Wallfahrt mit einem feierlichen Gottesdienst zu beschließen.

Bei warmen, spätsommerlichen Temperaturen zogen also die Gläubigen, darunter auch viele Jugendliche, mit Liedern, Gebeten und Meditationstexten, die abwechselnd von Christine Münch und Thomas Röckelein vorgetragen wurden, durch eine Wald- und Wiesenlandschaft, die durch ihre Schönheit bestach und den Wallfahrern den christlichen Auftrag zur Wahrung der Schöpfung bildhaft nahebrachte.

Da sich die beiden katholischen Geistlichen, Thomas Ringer aus Adelsdorf und Florian Stark aus Pretzfeld , nicht nur im Geiste verbunden fühlen, sondern miteinander eine jahrelange Freundschaft pflegen, wurden die Wallfahrer aus dem Aischgrund in der Marktgemeinde am Tor der fränkischen Schweiz von einer großen Abordnung empfangen: Nicht nur die Blasmusik aus dem benachbarten Dörfern Rüssenbach und Niedermirsberg, sondern auch Bürgermeister und Pfarrgemeinderat bildeten ein großes Begrüßungskomitee. Unter den mächtigen Klängen der Trompeten und Posaunen zogen schließlich die Gläubigen durch das idyllische Dorf zum Hauptportal von St. Kilian.

Im schönen Pfarrgarten feierten dann neben den Pfarrern Thomas Ringer und Florian Stark der neue Kaplan für Pretzfeld, Christian Müllner, und der neue Diakon in Adelsdorf, Hans Scherbaum, eingerahmt von acht Ministrantinnen, die heilige Messe. Anschließend zeigten die Pretzfelder ihre Gastfreundschaft, in dem sie die Wallfahrer nicht nur zu Kaffee und Kuchen, sondern auch zu Grillspezialitäten und erfrischenden Getränken einluden.

Adelsdorfs Bürgermeister Karsten Fischkal (FW), der die 28 Kilometer Wallfahrt begleitet hatte, wurde schließlich offiziell von Pretzfelds Bürgermeister Steffen Lipfert (FW) begrüßt. Zusammen mit den Pfarrern der beiden Marktgemeinden wurden dann noch Pläne geschmiedet, wie aus dieser Premiere vielleicht sogar eine Tradition entstehen könnte.

Zumindest die Bürger aus beiden Gemeinden zeigten bei den anschließenden Feierlichkeiten keinerlei Berührungsängste, und Sprachbarrieren zwischen dem mittelfränkischen Adelsdorf und dem oberfränkischen Pretzfeld waren auch nicht zu bemerken. mt