Nach sechs Aufführungen senkte sich der Vorhang für die Schneckenloher Theatergruppe heuer zum letzten Mal. Von der Premierenvorstellung bis zur letzten Aufführung des Lustspiels in drei Akten von Regina Rösch "Frühlingserwachen oder: Auf gute Nachbarschaft" boten die acht Laiendarsteller im Saal der Gastwirtschaft Trukenbrod ein wahres schauspielerisches Feuerwerk der Extraklasse.
Jörg Wedemeyer, Birgit Fiedler, Michael Fischer, Sabine Carl, Manuela Völker, Barbara Doppel, Ralf Trukenbrod und Sebastian Ernst strapazierten die Lachmuskeln der Besucher in jeder der sechs ausverkauften Vorstellungen bis ans Äußerste und wurden sogar mit Standing Ovation belohnt. Laut der Darsteller, die lediglich alle zwei Jahre auf der Bühne stehen, "ein super Lohn" ihrer Arbeit.


Riesiger Applaus

Eingeübt hatten sie die diesjährige Aufführung, die immer wieder Bezug auf Ereignisse und Personen aus Schneckenlohe nahm, unter der Leitung und Regie von Doris Höhn und Gerold Vogt. Als Souffleusen im Hintergrund wirkten Gerti Krautwurst und Sonja Fehn. Carolin Fischer war für die Maske verantwortlich. Auch die musikalische Einführung durch Guido Fehn und den Nachwuchskünstlern Julius Fischer und Louis Fehn wurde mit riesigem Applaus belohnt.
Doch worum ging es in dem Stück eigentlich? Der Frühling ist erwacht, doch bei den Familien Aumüller und Dürr läuft das Leben in seinen geregelten Bahnen weiter. Jeden Abend kommen die beiden Freunde Hans-Peter und Ernst-Wolfgang nach einem harten und stressreichen Tag im Amt mit schmerzenden Füßen und erschöpft von der Arbeit zurück. Bereits am Hofeingang werden sie von ihren Ehefrauen Irmtraud und Rosemarie mit Strickweste und Hausschuhen "liebevoll" und aufopfernd empfangen und versorgt. Das ist auch dringend erforderlich, denn die Herren sitzen jede Nacht in der Dorfscheune, um den heimischen Maibaum vor der Aufstellung vor Übergriffen zu schützen.


Nächtlicher Ausflug mit Folgen

Zusammen mit dem Dienst im Amt und der nebenberuflichen Schwarzbrennerei von Schnaps eine nahezu unmenschliche Arbeitsbelastung. Als die Ehemänner eines Abends zum örtlichen Schafkopfturnier aufbrechen, ergreifen sowohl Margarete und Ulrike - die beiden stets in Rosa gekleideten weiblichen "Restposten" des Dorfes - als auch die braven Ehefrauen Rosemarie und Irmtraud die Chance, den neuen Nachbarn einen nächtlichen Besuch abzustatten.
Doch als Rosemarie und Irmtraud am nächsten Morgen erwachen, müssen sie mit Entsetzen feststellen, dass ihnen von der letzten Nacht "ein ganzes Stück" fehlt. Ein Filmriss - und das in diesem fortgeschrittenen Alter. Ist in dieser Nacht "etwas passiert"? Und wie soll man verhindern, dass die Ehemänner von dem nächtlichen Ausflug erfahren?
Die Herren haben an diesem "Morgen danach" aber ebenfalls ihre Probleme. Mit schmerzendem Schädel stellen sie fest, dass man sich zwar vorstellen kann, wie das 25-Liter-Bierfass ins Bett gekommen ist, aber ansonsten riesige Erinnerungslücken vorhanden sind.
Eine eintreffende Nachricht trägt nicht unbedingt zur Verbesserung der Laune bei: Am Maibaum mitten im Dorf hängen Unterhosen. Damenunterhosen! Und diese Schmuckstücke sehen der "Reizwäsche" von Rosemarie und Irmtraud erschreckend ähnlich.


Für den guten Zweck

Doch wem gehört die Unterwäsche und wer hat sie in der Nacht auf den Maibaum gehängt? Welche Rolle spielen die neuen Nachbarn in der Unterhosenaffäre? Fragen über Fragen, auf die es zunächst keine Antworten gibt! Zudem muss man bei den Nachforschungen äußerst sensibel und behutsam vorgehen, um nicht selbst in Verdacht zu geraten. Am Ende bleibt ein Schuldiger übrig, allerdings in einer anderen Sache: Es stellt sich heraus, wer die neuen Nachbarn wirklich sind.
Wie schon in den vergangenen Jahren wird die Theatergruppe den Erlös aus den Vorstellungen wieder für einen gemeinnützigen Zweck in Schneckenlohe spenden. Die einzige betrübliche Mitteilung ist nur, dass es erst in zwei Jahren die nächste Theateraufführung geben wird.