Richard Rauh, Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion, übt Kritik an Aussagen von Kultusminister Ludwig Spaenle, die dieser bei seinem Besuch im Bildungszentrum Wallenfels gemacht hatte. Rauh erinnert, der bayerische Kultusminister Ludwig Spaenle habe anlässlich seines Besuchs in Wallenfels nochmals bekräftigt, dass der Freistaat Bayern keine Gemeinschaftsschule in Bayern etablieren möchte.
Das sei nichts Neues, interessant sei aber die Argumentation durchaus. Wenn von einer bildungspolitischen Klamotte des 20. Jahrhunderts geredet werde, so entstehe der Eindruck, die Gemeinschaftsschule sei einfach die Gesamtschule mit neuem Namen. "Das ist nicht der Fall! Ein Blick in andere Bundesländer zeigt, dass das Gemeinschaftsschulkonzept in vielen Bereichen gänzlich verschieden zur Gesamtschule ist. Gerade der Vorwurf, starke Schüler würden geschwächt und Schwache nicht gestärkt, greife nicht, verdeutlicht Richard Rauh.


"Katze aus dem Sack"

Interessant sei vor allem eine ganz andere Äußerung des Kultusministers. Die Einführung einer Wirtschaftsschule in Pressig (auch eine Forderung der CSU) sei als unrealistisch eingestuft worden, da keine staatlichen Neugründungen angestoßen würden.
"Jetzt ist also die Katze aus dem Sack. Wenn weder an der Einrichtung einer Gemeinschaftsschule noch an der Errichtung einer Wirtschaftsschule von Seiten der CSU-Staatsregierung Interesse besteht, so heißt das dann ja: Eine weiterführende Schule im Landkreisnorden will die CSU nicht. Das ist gut zu wissen, darf aber nichts daran ändern, weiter dafür zu kämpfen", meint der SPD-Kreistagsfraktionsvorsitzende.


Schülerbeförderungszeiten

Und eines dürfe nicht vergessen werden: Sollte es geschafft werden, die Schülerbeförderungszeiten um ein paar Minuten zu verkürzen (was ja durchaus positiv zu werten sei), dann bleibe aber immer noch die Entfernung vom äußersten Norden nach Kronach bestehen. Eine echte Erleichterung biete eben nur eine weiterführende Schule im nördlichen Landkreis. "Und wer das nicht will, hat wohl auch kein grundlegendes Interesse an einer Änderung der Situation für die betroffenen Schüler", bedauert Richard Rauh. red