Viele altehrwürdige und wohlvertraute Gebäude verschwinden derzeit für immer aus dem Altenkunstadter Ortsbild. So wird in der Dr.-Anton-Sattler-Straße, an der Einmündung zur Langheimer Straße, gegenwärtig ein kleines Wohnhaus abgebrochen. Hier entstehen Garagen.
Besonders tiefe Veränderungen wird es in der Theodor-Heuss-Straße, einst Dorfstraße, Bahnhofstraße und Hindenburg-Straße genannt, geben. Dabei können sich vor allem die älteren Altenkunstadter noch gut daran erinnern, wie die Weismain früher durch den Ort geflossen ist, es nur schmale Stege zum Überqueren gab und die Haschenbrücke, mit ihrem erhöhten Brückenkörper beim Überfahren für ein Kribbeln in der Bauchgegend sorgte. Dieser Straßenzug war zeitweise sogar eine regelrechte, wenn auch nur kleine, Einkaufsmeile, die Klein-Hertie genannt wurde. Im kristallklaren Wasser der Weismain sprangen die Forellen, Enten und Gänse tummelten sich dort und selbst Schafe konnten manchmal hier ein Bad nehmen. Nach der Umgestaltung der Theodor-Heuss-Straße ist das belebende Element Wasser erhalten geblieben, die prägende Ortsstraße erhielt eine zügigere Linienführung, Parkmöglichkeiten sind wie neue Gehsteige entstanden und vieles ist sicherer und übersichtlicher geworden.


"Tremel-Haus" verschwindet

Allerdings sind auch manche ortsbildprägende Gebäude für immer verschwunden, teilweise sind Baulücken entstanden und manches Neue ist aus alledem hervorgegangen. Gegenwärtig zeichnet sich wieder eine tiefgreifende Veränderung ab, denn das Gebäude Theodor-Heuss-Straße 15, in Altenkunstadt als das "Tremel-Haus" bekannt, verschwindet für immer aus dem Ortsbild. Ein Blick auf die Baustelle zeigt, insbesondere im hinteren Bereich, wie die bauliche Entwicklung vonstattengegangen ist und dass es mindestens drei verschiedene Bauphasen mit Aufstockungen gegeben haben muss. Auf dem Grundstück entstehen zunächst neue Parkmöglichkeiten, die aufgrund der baulichen Maßnahmen der Raiffeisenbank Obermain-Nord erforderlich werden. Fantasiebegabt meinten gleich Einwohner, dass dieses Umfeld auch für einen neuen Festplatz durchaus geeignet wäre, denn bekanntlich befanden sich die letzteren Areale immer an der Theodor-Heuss-Straße.
Wer dies alles einmal auf sich wirken lassen möchte, dem bieten sich die beschaulichen Biergärten, die vor allem in den letzten Jahren entstanden ist, zum Verweilen an, oder der kann einen Kirchweih- oder Straßenfestbesuch mit einem Spaziergang durch den Ort verbinden, in dem ihm Vergangenheit und Gegenwart gleichermaßen begegnen werden. dr