Westheim/Zell — Ein bislang unbekannter Täter hat in der Flur zwischen Westheim und Zell il-legal Abfall abgelagert und verbrannt. Um die Umweltsünde zu vertuschen, wurde hinterher auch noch der Brandschutt beseitigt und an einem unbekannten Ort entsorgt. Bei der "wilden Müllverbrennung" handelt es sich nach Informationen des Landratsamts Haßberge in Haßfurt um Baum- und Strauchschnitt, der unter anderem vermischt war mit asbesthaltigen Baustoffen, Resopalplatten, Altholz, beschichtetem Holz und Teilen von Paletten.
"Das ist eine echte Sauerei", sagt Edwin Oppelt und schüttelt den Kopf über so viel Dreistigkeit. Der Umweltsachbearbeiter für staatliches Abfallrecht am Landratsamt hatte den mehr als zehn Kubikmeter großen Abfallhaufen am 27. Oktober im Rahmen einer Umweltstreife entdeckt und sofort Beweisfotos gemacht.
Eine Woche später, am 3. November, stellte er gegen 16 Uhr bei einer weiteren Kontrolle fest, dass der Abfallhaufen lichterloh in Flammen steht. Daraufhin benachrichtigte er die Wasserschutzpolizei Schweinfurt, welche die Ermittlungen aufgenommen hat. Die Feuerwehr musste mit mehreren Fahrzeugen und Atemschutz ausrücken, um den Brandherd zu löschen.
Bei der Nachschau am Tatort am darauffolgenden Tag traute Oppelt seinen Augen nicht: Der Brandschutt war verschwunden, zurückgeblieben sind nur Reifenspuren auf dem von der Asche schwarz gefärbten Ackerboden. Die illegale Abfallentsorgung und Verbrennung sei kein Kavaliersdelikt, sondern eine Umweltstraftat, die von der Be-hörde verfolgt wird, erklärt Oppelt und warnt: "Durch das Verbrennen der teils giftigen Abfälle sind Schadstoffe freigesetzt worden, die krebserregend sind." Wer seinen Müll nicht ordnungsgemäß entsorge, schade nicht nur der Umwelt, sondern letztlich auch sich selbst.


Hohes Bußgeld möglich

Abfälle dürfen nur in dafür zugelassenen Abfallbeseitigungsanlagen gelagert, abgelagert oder etwa verbrannt werden. Wer dem zuwiderhandelt, riskiert ein Bußgeld in Höhe von bis zu 50 000 Euro. "Für mich ist das unverständlich, dass jemand die Umwelt derart verschmutzt und die Gesundheit anderer Menschen gefährdet", sagt Oppelt. "Schließlich ist unser Landkreis flächendeckend mit Wertstoffhöfen ausgestattet. Dort kann man den Müll ordnungsgemäß entsorgen."
Nun hoffen die Wasserschutzpolizei und das Landratsamt auf Zeugenhinweise aus der Bevölkerung. Hinweise zu verdächtigen Beobachtungen in der Flur zwischen Zell und Westheim, rund 500 Meter vom Ortsrand entfernt, oder einem verdächtigen Fahrzeug, nehmen das Landratsamt Haßberge (Telefon 09521/27247) oder die Wasserschutzpolizei Schweinfurt (Ruf 09721/2022251) entgegen. red